Hallo zusammen,
ich beobachte seit ungefähr März/April dieses Jahres, dass mein gemessener COP deutlich schlechter geworden ist. Im Winter hatte ich noch Werte um die 3,8–4,1 bei moderaten Außentemperaturen, jetzt im Sommer zeigt mir die Auswertung über mein Energiemanagement-System nur noch 2,9–3,2 – und das obwohl die Außentemperaturen ja eigentlich besser sein sollten für eine Luft-Wasser-WP.
Meine Anlage ist eine Luft-Wasser-WP, Baujahr 2021, Einfamilienhaus, Fußbodenheizung. Vorlauftemperatur läuft momentan auf rund 30–32°C wegen WW-Bereitung etwas höher.
Was ich bisher geprüft habe:
- Filter am Außengerät gereinigt
- Hydraulischer Abgleich wurde letztes Jahr gemacht
- Kältemittelstand wurde bei der Wartung 2024 als ok eingestuft
Mögliche Ursachen die ich mir vorstelle: Kältemittelverlust, Fouling am Wärmetauscher, irgendwas mit der Regelung... aber ich bin kein Fachmann und tippe da ehrlich gesagt eher im Dunkeln.
Hat jemand ähnliches erlebt oder kann mir sagen, wonach ich systematisch suchen soll? Und was kann ich selbst prüfen, was braucht definitiv einen Fachmann?
Danke schon mal!
Kältemittelverlust ist natürlich möglich, aber ehrlich gesagt würde ich den zuletzt vermuten wenn der COP nur graduell sinkt statt plötzlich einzubrechen. Wir haben beim Altbau-Umbau (hab da mal drüber geschrieben) ähnliche Erfahrungen gemacht – oft sind es banale Sachen wie ne schleichende Veränderung an der Regelung, ein Temperaturfühler der leicht daneben liegt, oder Luft im Heizkreis.
Hast du mal geprüft ob Luft im System ist? Im Sommer nach dem Heizstillstand sammelt sich das manchmal. Entlüften kostet nichts.
Ich seh das etwas kritischer als die Vorredner: Ein COP von 2,9–3,2 für eine LWWP im Sommer bei 30°C Vorlauf ist zwar nicht berauschend, aber auch kein sicheres Zeichen für ein technisches Problem. Das kommt sehr drauf an wie du misst.
Hast du einen geeichten Wärmemengenzähler verbaut oder verlässt du dich auf die eingebaute WP-Messung? Die eingebauten Sensoren vieler Hersteller sind oft recht ungenau, Abweichungen von 15–20% sind keine Seltenheit. Ich hab bei meiner W/W-WP festgestellt dass die herstellerseitige COP-Anzeige systematisch zu optimistisch war – hatte das mal hier im Forum beschrieben: W/W-WP Rücklauftemp. steigt auf 38°C - wo ansetzen?
Bevor du also irgendwas anfasst, würde ich zuerst die Messgrundlage klären.
Das kenn ich – bei mir hat sich ein ähnliches Muster gezeigt, bevor ich rausgefunden hab, dass der Lamellenblock am Außengerät trotz Reinigung noch hartnäckige Ablagerungen hatte. Einmal oberflächlich abbürsten reicht manchmal nicht, der Dreck sitzt tiefer zwischen den Lamellen.
Aber: COP im Sommer bei einer reinen Heizungs-WP ohne Kühlbetrieb ist fast immer schlechter als im Übergang, weil die Anlage häufiger taktet und der Warmwasseranteil im Sommer prozentual viel größer wird. WW-Bereitung auf 55–60°C kostet deutlich mehr als Heizung auf 32°C. Das verfälscht die Gesamtauswertung massiv, wenn du alles zusammen misst. Würde als erstes die WW-Bereitung separat rausrechnen und schauen was dann noch an COP für den reinen Heizbetrieb übrig bleibt.
Ich bin jetzt Rentner und kein Techniker, aber ich beobachte meine Anlage seit der Umrüstung schon eine Weile und kann dazu was sagen aus der Praxis.
Wir hatten letzten Sommer einen ähnlichen Einbruch, und der Servicetechniker hat bei der Jahreswartung festgestellt, dass der Wärmetauscher im Innenteil – also der wasserseitige – leicht verkalkt war. Nicht stark, aber genug um die Effizienz spürbar zu drücken. Das war bei uns Brauchwasserseite. Eine Entkalkung hat das wieder deutlich verbessert.
Ich würde empfehlen, das bei der nächsten Wartung gezielt ansprechen. Solche Sachen sieht man von außen nicht.