Hallo zusammen, bin nach gefühlt einer Ewigkeit mal wieder hier – muss sagen, das Forum hat sich in 10 Jahren ganz schön weiterentwickelt!
Ich beschäftige mich eigentlich hauptsächlich mit Wasser-Wasser und Sole-Wasser Systemen, aber jetzt stehe ich vor einem Thema das ich bisher eher umgangen habe: PV-Kopplung per eigener Steuerungslogik.
Die Situation: Sole-Wasser-WP läuft stabil, PV-Anlage seit letztem Jahr drauf. Im Sommer (also gerade jetzt) produziert die Anlage mittags ordentlich Überschuss. Statt den ins Netz zu drücken würde ich die WP gezielt ansteuern – aber nicht über irgendeine fertige Blackbox-Lösung vom Hersteller, sondern selber was basteln.
Mein Gedanke war: Wechselrichter-API auslesen (Fronius, Modbus), dann über einen Raspberry Pi oder ähnliches ein Signal an die WP geben wenn genug Überschuss da ist. Bei meiner WP gibt es einen potentialfreien Eingang für "Smart Grid" – den würde ich gerne zweckentfremden.
Fragen die mich dabei umtreiben:
- Wie verhindert man, dass die WP dann wild taktet wenn die Sonne hinter Wolken verschwindet?
- Gibt es Hysterese-Logiken die andere hier schon erprobt haben?
- Habt ihr Erfahrung mit Modbus direkt an Sole-WP Steuerungen?
Bin für jede Art von Erfahrungsbericht dankbar, auch wenn es "das hab ich alles schon wieder aufgegeben" ist.
Ich drücke mal auf die Bremse hier. Das klingt alles sehr verlockend, aber ich hab in anderen Threads schon geschrieben dass ich bei solchen DIY-Basteleien immer etwas skeptisch werde wenn es um tatsächliche Einsparungen geht.
Konkret: Im Sommer läuft eine Sole-WP doch eh kaum für Heizung. Warmwasser ja, aber der Verbrauch ist überschaubar. Was genau willst du da mit dem PV-Überschuss antreiben? Wenn du sagst "Warmwasser günstiger erzeugen" – ok, das macht Sinn. Aber den ganzen Raspberry-Pi-Aufwand plus eventuelle Gewährleistungsprobleme an der WP-Steuerung einzupreisen... ich wäre da ehrlich gesagt vorsichtig.
Ich hab das Thema Kosten vs. Nutzen bei WP allgemein schon oft unterschätzt gesehen. Der Smart-Grid-Eingang "zweckentfremden" klingt außerdem nach möglichem Garantieverlust je nach Hersteller. Würde das vorher schriftlich klären.
Hey TechnikPaul, cooles Projekt! Ich beschäftige mich gerade auch mit der Frage wie man WP und PV sinnvoll kombiniert – bin allerdings noch ganz am Anfang und kenne mich mit Modbus noch gar nicht aus.
Habe neulich im Förderungsbereich gepostet wegen BAFA-Bonus für WP+PV, da ging es aber eher ums Finanzielle.
Zur Taktungsfrage hätte ich auch eine Idee (ob sie gut ist weiß ich nicht): könnte man nicht einfach eine Mindestlaufzeit erzwingen, also das Signal erst dann wieder abschalten wenn die WP mindestens 20-30 Minuten gelaufen ist? Damit würde man zumindest verhindern dass sie bei jedem Wölkchen sofort stoppt. Aber ich bin gespannt was die Erfahreneren hier sagen – Modbus an der Sole-WP klingt für mich noch ziemlich komplex.
Ich hab da gute Erfahrungen gemacht, wenn ich mir mehrere Angebote von verschiedenen Installateuren geholt hab. Ist zwar aufwendiger, aber die Preisunterschiede sind teilweise erheblich. Lohnt sich auf jeden Fall, vorher ein paar Vergleiche zu machen, bevor man sich festlegt. Angebot vergleichen für Wärmepumpen
Das Taktingproblem ist das entscheidende. Ich würde eine Hysterese von mindestens 500W einbauen – also erst einschalten ab z.B. 1500W Überschuss, erst ausschalten unter 1000W. Und zusätzlich eine Mindeststartsperre von 20 Minuten. Habe das bei einem Bekannten so gesehen, läuft stabil. Modbus direkt hab ich selbst noch nicht gemacht, wir sind ja noch im Neubau-Planungsstadium bei mir – aber für den Raspberry Ansatz gibt es fertige Python-Bibliotheken die das vereinfachen sollen.