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Pufferspeicher zur Überbrückung von EVU-Sperrzeiten – wer hat Messdaten?

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WolfgangH
Beiträge: 46
Themenstarter
(@wolfgangh)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#132]

Guten Tag zusammen,

nachdem ich mich in den letzten Monaten intensiv mit der Hydraulik unserer sanierten Altbau-Anlage beschäftigt habe, möchte ich nun ein Thema angehen, das mich für den Neubau meiner Tochter besonders interessiert: den Pufferspeicher gezielt zur Überbrückung von EVU-Sperrzeiten einsetzen.

Zum Hintergrund: Die meisten Netzbetreiber schalten bekanntlich bis zu 3x täglich für je 2 Stunden ab, was bei ungünstiger Lage mehrere kritische Stunden am Tag bedeuten kann. Im Sommer ist das für reine Warmwasserbereitung schmerzhafter als für die Heizung – aber das Thema ist ja ganzjährig relevant.

Meine konkreten Fragen:
1. Welche Puffergröße habt ihr als sinnvoll erlebt, um eine zweistündige Sperrzeit bei üblichem Warmwasserbedarf eines 4-Personen-Haushalts zu überbrücken, ohne dass die Anlage danach mit überhöhten Vorlauftemperaturen "aufholt"?
2. Steuert eure Anlage die Aufladung des Puffers automatisch vor einer Sperrzeit, oder habt ihr das manuell über Zeitprogramme gelöst?
3. Hat jemand die JAZ-Auswirkung dieser erzwungenen Taktung wirklich messtechnisch erfasst?

Ich habe in einigen Herstellerunterlagen Angaben gefunden, die mir zu optimistisch erscheinen – daher interessieren mich vor allem eure Praxiserfahrungen aus dem laufenden Betrieb, gerne auch mit konkreten Zahlen.

Viele Grüße
Wolfgang


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3 Antworten
R.Kaufmann
Beiträge: 3
(@r-kaufmann)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Danke für die ehrlichen Einschätzungen. Was mich bei der PV-Kombination für den Neubau meiner Tochter zusätzlich beschäftigt: Wenn die Sperrzeit zufällig mit guter PV-Einstrahlung zusammenfällt, verliert man ja potenziell Eigenverbrauch. Das ist ein Aspekt den ich in den Herstellerunterlagen noch nirgends ehrlich adressiert gesehen habe – da wird immer nur die Sperrzeit-Überbrückung als Feature verkauft, nie die Wechselwirkung mit einer vorhandenen PV. Ähnliches Thema hab ich schon bei der Warmwasser-WP-Diskussion angesprochen, aber da war der Sperrzeit-Aspekt noch nicht drin. Kurz gesagt: ich glaub dem Marketingversprechen "alles läuft automatisch optimal" erstmal nicht.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 10
(@markus79)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Interessante Fragestellung, über die ich auch schon nachgedacht habe – wobei ich grundsätzlich skeptisch bin, was die Herstellerangaben zur "optimalen Vorladestrategie" angeht. Ich hab das in einem früheren Thread zum Thema Pufferspeicher und Verbrauchsdaten schon mal angerissen.

Bei mir läuft eine Sole-Wasser-WP, und die Sperrzeit-Überbrückung ist im Sommer tatsächlich entspannter als im Winter – da geht es fast nur um Warmwasser. Meine Beobachtung: Ein 300L-Puffer reicht bei uns für 2 Stunden locker, wenn er vorher auf Solltemperatur ist. Das "Aufhol-Problem" tritt bei mir eigentlich nicht auf, weil die Steuerung die Sperrzeit kennt und rechtzeitig nachlädt.

Was ich aber nicht gemessen habe – und das ist der Punkt, der mich ehrlich gesagt auch interessiert – ist der JAZ-Effekt der erzwungenen Vorladung. Dass man den Puffer auf Vorrat heizt, bedeutet ja höhere Vorlauftemperaturen zu einem Zeitpunkt, der nicht unbedingt COP-optimal ist. Das sollte man nicht einfach wegdiskutieren. Ob das rechnerisch signifikant ist, weiß ich nicht. Mein Bauchgefühl sagt: im Sommer marginal, im Winter durchaus relevant.


Antwort
ThomasK71
Beiträge: 15
(@thomask71)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Zur JAZ-Frage kann ich aus 8 Jahren Betrieb zumindest qualitativ was sagen: Der Effekt ist real, aber im Sommer vernachlässigbar. Im Winter, wenn die Sperrzeit auf einen Kälteeinbruch trifft und die WP danach mit hoher Last nachlädt, sieht man das schon in den Monatswerten. Konkrete Messdaten über mehrere Heizperioden habe ich leider nicht sauber protokolliert – das ärgert mich im Nachhinein.

Zur Dimensionierung: Wir haben 500L im Altbau, und für reines Warmwasser reicht das im Sommer problemlos für 2 Stunden, eigentlich sogar für 4. Im Winter mit Heizlast wird's enger, da würde ich für einen Neubau eher großzügig planen. Die automatische Vorladestrategie hängt stark vom Regler ab – nicht jede WP-Steuerung kann das wirklich vernünftig. Bei manchen Anlagen muss man das tatsächlich über Zeitprogramme lösen, was suboptimal ist weil man wetterabhängige Lastspitzen nicht automatisch berücksichtigen kann.


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