Hallo zusammen,
mir fällt auf, dass die Hersteller immer COP-Werte bei moderaten Temperaturen angeben (meist A2/W35 oder A7/W35), aber wie verhält sich das bei den extremeren Temperaturen die wir tatsächlich haben?
Bei uns schwankt es ja von -15°C im Winter bis +35°C im Sommer. Gerade jetzt im Juni merke ich, dass meine Luft-Wasser-WP bei den heißeren Tagen deutlich schlechter läuft als erwartet. Der COP scheint ab ca. 28°C Außentemperatur merklich abzufallen.
Ist das normal? Ab welchen Außentemperaturen (sowohl kalt als auch heiß) sollte man realistisch mit schlechteren COP-Werten rechnen? Die Herstellerangaben helfen da nicht viel weiter, die geben ja nur diese Standard-Messpunkte an.
Hat jemand Erfahrungswerte aus der Praxis? Besonders interessiert mich der Bereich über 30°C und unter -10°C. Plane nämlich für den kommenden Winter und möchte realistische Erwartungen haben.
Danke für eure Einschätzungen!
Das ist völlig normal was du beschreibst. Die Physik lässt sich nicht überlisten - bei extremen Temperaturen leiden alle Wärmepumpen.
Faustregel: Pro 10K Temperaturänderung verschlechtert sich der COP um ca. 20-30%. Also wenn du bei A7/W35 einen COP von 4,0 hast, dann bei A-10/W35 nur noch etwa 2,5-2,8. Bei heißen Sommertagen umgekehrt.
Deshalb sind bivalente Systeme oft sinnvoll - unter -12°C springt dann ein zusätzlicher Heizstab an.
Bei hohen Außentemperaturen wird's tatsächlich schwieriger für die Wärmepumpe. Das liegt daran, dass der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle (Außenluft) und Wärmesenke (Heizwasser) kleiner wird, was grundsätzlich gut wäre - aber gleichzeitig steigt der Kondensationsdruck im Kältekreis.
Ab etwa 25-30°C Außentemperatur sinkt der COP bei den meisten Luft-Wasser-Pumpen merklich. Bei 35°C und mehr kann er durchaus auf 2,5-3,0 fallen, je nach Vorlauftemperatur. Im Winter ist's umgekehrt: unter -10°C wird's auch schwierig, da wird oft der COP unter 2,0.
Die optimalen Bedingungen liegen meist zwischen 5-15°C Außentemperatur. Bei meinem Altbau-Projekt hab ich ähnliche Beobachtungen gemacht - die Realität weicht deutlich von den Datenblatt-Werten ab.