Benachrichtigungen
Alles löschen

Nachtlüftung über KWL steuern – reicht das gegen Sommerhitze?

3 Beiträge
3 Benutzer
0 Reactions
10 Ansichten
Sarah9686
Beiträge: 12
Themenstarter
(@sarah9686)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#103]

Hallo zusammen,

wir haben seit letztem Herbst eine zentrale KWL mit Wärmerückgewinnung im Haus (Neubau, ca. 160m²). Im Winter läuft alles super, wir sind sehr zufrieden. Aber jetzt im Juni merken wir zum ersten Mal, wie sich das Haus tagsüber trotzdem aufheizt – gestern hatten wir innen fast 27°C, obwohl wir tagsüber alle Rollläden unten hatten.

Ich hab gelesen, dass man über die Lüftungsanlage nachts wenn es draußen kühler ist gezielt mehr Luft reinblasen kann, um das Haus sozusagen "vorzukühlen". Unser System hat laut Handbuch einen Intensivlüftungsmodus, aber ich bin mir nicht sicher ob ich das einfach manuell abends hochdrehen soll oder ob das automatisch irgendwie gesteuert werden kann.

Fragen die ich mir stelle:
- Macht Nachtlüftung über die KWL wirklich einen spürbaren Unterschied oder ist das Placebo?
- Soll ich den Bypass dabei aktivieren (damit die WRG umgangen wird)? Ich vermute ja, weil ja sonst die Abwärme wieder ins Haus zurückkommt?
- Gibt es Richtwerte wann es sich lohnt – also ab welcher Temperaturdifferenz Innen/Außen?

Wir wollen im August für 2 Wochen in Urlaub und würden die Anlage gerne so einstellen dass das Haus nicht komplett überhitzt wenn wir weg sind. Hat jemand Erfahrung damit?

LG Sarah


2 Antworten
Klaus H.
Beiträge: 13
(@klaushermann)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Dem was SilentHeat schreibt zur Bypass-Frage würde ich zustimmen, das ist korrekt. Ich hab mich mit dem Thema automatische Steuerung über Außenwetterdaten schon intensiver beschäftigt – dazu gibt's übrigens einen interessanten Thread hier im Forum: Prognose-Regelung mit Wetterdaten – bringt das wirklich was?

Kurz gesagt: Wenn deine Anlage eine Schnittstelle hat (Modbus, KNX oder ähnlich), lässt sich da einiges automatisieren. Aber ich will ehrlich sein – der Effekt der Nachtlüftung über eine KWL ist bei gut gedämmten Neubauten oft überschaubar. Das Problem ist die thermische Masse. Wenn das Mauerwerk tagsüber Wärme gespeichert hat, kühlt es nachts nicht so schnell ab wie man hofft, selbst mit mehr Luftwechsel. Außenliegender Sonnenschutz und Dachüberstände bringen langfristig mehr als jede Lüftungsoptimierung. Für den Urlaub: Zeitprogramm reicht, aber erwarte keine Wunder wenn draußen 35°C sind.


Antwort
SilentHeat_87
Beiträge: 32
(@silentheat_87)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ja, Bypass aktivieren ist richtig – sonst arbeitet die WRG gegen dich und schleppt die Wärme aus der Abluft wieder in die Zuluft. Im Sommer willst du die WRG komplett umgehen sobald die Außentemperatur unter die Innentemperatur fällt.

Als Faustregel: Lohnt sich ab ca. 3–4°C Differenz (Innen wärmer als außen), sonst bringst du mehr Feuchtigkeit rein als dir Kühlung nützt. Nachts zwischen 23 und 6 Uhr ist bei uns die beste Zeit, je nach Region natürlich.

Den Intensivmodus manuell abends einschalten und morgens wieder runterregeln funktioniert, aber auf Dauer ist eine Steuerung über Zeitprogramm oder Außentemperatursensor viel komfortabler. Viele Anlagen haben das eingebaut, schau mal ob dein Regler eine "Sommerautomatik" oder ähnliches kennt – steht oft unter einem anderen Namen im Menü.

Für den Urlaub würde ich ein Zeitprogramm einrichten statt die Anlage im Intensivmodus laufen zu lassen, sonst kann es je nach Wetterlage auch mal nach hinten losgehen (z.B. bei einem verregneten Kälteeinbruch würdest du unnötig feuchte Luft reinpumpen).


Antwort
Teilen: