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Dezentrale oder zentrale Lüftung für Bestandsbau - wie entscheiden?

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Mila K.
Beiträge: 33
Themenstarter
(@mila28)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#101]

Hallo zusammen,

wir stehen gerade vor der Entscheidung, in unserem Reihenhaus (Baujahr 2003, ca. 125m²) eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung nachzurüsten. Der Hintergrund: Wir haben letzten Herbst eine neue Wärmepumpe einbauen lassen und wollen jetzt auch die Lüftungssituation vernünftig angehen, bevor es wieder kälter wird. Aktuell lüften wir noch klassisch über die Fenster, aber das ist mit zwei Kindern und dem ganzen Sommerchaos irgendwie nie konsequent genug.

Jetzt lese ich mich seit ein paar Wochen ein und bin ehrlich gesagt etwas überfordert. Zentrale KWL klingt nach dem "richtigen" System, aber dann hört man von langen Rohrleitungen, aufwändiger Installation und dass das im Bestand eigentlich kaum sinnvoll geht ohne Putz aufzuschlagen. Dezentrale Geräte dagegen scheinen einfacher nachrüstbar zu sein, aber reichen die wirklich für ein ganzes Haus?

Mich interessiert vor allem:
- Ist dezentral für Bestandsbauten wie unseren wirklich die bessere Wahl, oder wird das oft nur als Notlösung verkauft?
- Wie viele Geräte bräuchte man bei ca. 125m²?
- Lohnt sich der Aufwand für zentrale KWL trotzdem, wenn man eh saniert?

Wir wollen das noch diesen Sommer planen, damit wir im Herbst handeln können. Über ehrliche Einschätzungen freue ich mich sehr!

Viele Grüße,
Mila


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3 Antworten
TobiasH
Beiträge: 47
(@tobiash)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Hi Mila,

die Frage beschäftigt viele, die nachträglich eine Lüftungslösung suchen. Ich hab mich da auch schon intensiv eingelesen, auch im Kontext unseres Neubaus (hab dazu mal was zum Thema Erdbohrung vs. Luftwärmepumpe - was ist für Neubau realistischer? geschrieben, geht nicht direkt ums Thema, aber der Kontext Neubau vs. Bestand taucht da auch auf).

Kurz gesagt: Im Bestand ist zentrale KWL meistens wirklich ein Riesenprojekt. Die Kanalführung ist das eigentliche Problem – du brauchst entweder abgehängte Decken, Schächte oder eben Putz aufstemmen. Bei einem Reihenhaus von 2003 würde ich das nur angehen, wenn du sowieso umfassend sanierst.

Dezentral ist keine "schlechte" Lösung, sondern für Bestandsbauten oft die realistischere. Bei 125m² würde ich mit 6–8 Geräten rechnen, je nach Raumaufteilung. Wichtig ist, dass du die Geräte paarweise in gegenüberliegenden Räumen betreibst (Gegenlaufprinzip), damit der Luftaustausch wirklich funktioniert.

Für den Planungshorizont Herbst klingt das machbar – dezentrale Geräte sind deutlich schneller installiert als eine zentrale Anlage.


Antwort
ThomasBreuer
Beiträge: 7
(@thomasbreuer)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Sehe das ein bisschen anders als TobiasH was die Pauschalaussage "zentral nicht sinnvoll im Bestand" angeht. Es kommt wirklich sehr auf den Einzelfall an.

Ich hab selbst Erfahrung mit Sanierungsprojekten in Bestandsgebäuden (bin da über den Altbau-Thread hier auch schon drüber gestolpert, z.B. bei Altbau 70er Jahre: Hybrid-WP bei Frost) – zentrale KWL im Bestand wird zu Unrecht oft pauschal abgehakt.

Bei einem Reihenhaus Baujahr 2003 gibt es oft einen Kriechkeller oder Installationsschächte, die sich nutzen lassen. Wenn die Rohre durch Technikräume, Abstellkammern oder den Keller geführt werden können, ist der Aufwand deutlich überschaubar. Entscheidend ist die Gebäudegeometrie.

Mein Tipp: Lass dir beides konkret durchplanen und anbieten, bevor du eine Richtung ausschließt. Ein guter SHK-Betrieb kann das in einem Aufmaßtermin meist gut einschätzen. Dezentral ist nicht automatisch die günstigere Lösung, wenn du 8+ Geräte brauchst – die Anschaffungskosten summieren sich.

Achte bei dezentral unbedingt auf den Schallpegel der Geräte, gerade für Schlafzimmer. Da gibt es große Unterschiede zwischen den Herstellern.


Antwort
R.Hoffmann91
Beiträge: 10
(@r-hoffmann91)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Dezentral für 125m² Bestand ist völlig in Ordnung, aber die Geräteanzahl wird oft unterschätzt. Plane lieber ein Gerät mehr ein als zu knapp – Unterversorgung einzelner Räume ist das häufigste Praxisproblem das ich kenne.


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