Hallo zusammen,
bin gerade etwas ratlos und brauche mal eure Meinung. Wir planen eine Luft-Wasser-WP für unser Einfamilienhaus (Baujahr 1995, energetisch saniert). Der Installateur hat jetzt bei der Planung einige Sachen gemacht, die mir komisch vorkommen - z.B. hat er die Heizlastberechnung ziemlich oberflächlich durchgeführt und bei der Dimensionierung der Außeneinheit nicht alle Punkte aus der VDI 4645 berücksichtigt.
Als ich ihn darauf angesprochen habe, meinte er nur: "Die VDI 4645 ist doch nur eine Empfehlung, nicht bindend. Wir machen das seit Jahren so und funktioniert."
Nun bin ich verunsichert. Ist das wirklich so? Ich dachte immer, die VDI-Richtlinien sind schon ziemlich verbindlich, gerade wenn es um die ordnungsgemäße Planung und Installation geht. Immerhin geht es hier um eine Investition von über 20.000 Euro und ich will nicht, dass in ein paar Jahren Probleme auftreten.
Wer von euch kennt sich mit dem rechtlichen Status der VDI 4645 aus? Kann ich den Installateur zur Einhaltung verpflichten oder hat er recht und es ist "nur" eine Empfehlung? Danke schon mal!
Kann Thomas nur zustimmen. Hab das Thema auch schon mal bei einer Hybrid-WP Diskussion gehabt - am Ende läuft's immer auf die anerkannten Regeln der Technik raus.
Bei mir hat der Installateur anfangs auch versucht, bei der Heizlastberechnung zu schlampen. Hab dann darauf bestanden und siehe da - die WP war am Ende eine Nummer kleiner und läuft perfekt. Gerade jetzt im Frühjahr, wo man die Winterbilanz ziehen kann, zeigt sich ob die Auslegung stimmt.
Die VDI 4645 ist formal gesehen tatsächlich "nur" eine Richtlinie und keine rechtlich bindende Norm wie etwa DIN-Normen. ABER - und das ist ein wichtiges Aber - sie gilt als anerkannte Regel der Technik. Das bedeutet praktisch: Wenn ein Installateur davon abweicht und später Probleme auftreten, muss er beweisen, dass seine Lösung mindestens gleichwertig ist.
In Gewährleistungsfällen oder bei Streitigkeiten ziehen Gerichte die VDI 4645 regelmäßig als Maßstab heran. Ein Installateur, der sagt "ist nur Empfehlung", zeigt meiner Ansicht nach mangelnde Fachkompetenz. Seriöse Planer halten sich an diese Richtlinien, weil sie den Stand der Technik widerspiegeln.
Mein Rat: Bestehen Sie auf ordnungsgemäße Planung nach VDI 4645. Falls der Installateur das ablehnt, würde ich einen anderen suchen. Die paar hundert Euro mehr für eine professionelle Planung sparen Sie später mehrfach durch bessere Effizienz.
Hmm, sehe ich etwas anders. Klar ist VDI 4645 wichtig, aber man sollte auch nicht alles überdramatisieren. Viele erfahrene Installateure haben durchaus eigene bewährte Methoden, die vom Standard abweichen können.
Das Problem ist eher: Woher weißt du als Laie, ob der Installateur wirklich Ahnung hat oder nur schlampig arbeitet? Da ist es tatsächlich sicherer, auf die VDI zu bestehen. Aber pauschale Aussagen wie "zeigt mangelnde Fachkompetenz" find ich übertrieben. Kommt halt drauf an, wie gut der Handwerker ist.