Hallo zusammen,
bin gerade dabei, für mein Ferienhaus an der Ostsee eine neue WP-Anlage planen zu lassen. Der beauftragte Installateur macht mir aber Sorgen. Bei der Erstberatung hab ich ihn explizit auf die VDI 4645 angesprochen, weil ich bei meinem Haupthaus sehr gute Erfahrungen mit einer fachgerechten Planung nach diesen Richtlinien gemacht hab.
Seine Antwort war ziemlich lapidar: "Ach, die VDI ist doch nur ne Empfehlung, machen wir schon richtig." Das hat mich stutzig gemacht. Bei meiner ersten WP 2019 hat der Planer die VDI sehr ernst genommen - Heizlastberechnung nach Norm, Auslegungstemperaturen etc.
Jetzt die Frage: Stimmt das überhaupt? Ist die VDI 4645 wirklich nur unverbindlich? Und falls nicht - welche rechtlichen Möglichkeiten hab ich, um den Handwerker zur ordnungsgemäßen Planung zu verpflichten? Immerhin geht's um eine 5-stellige Investition.
Hab schon überlegt, den Vertrag entsprechend zu formulieren, aber bin mir unsicher ob das reicht.
Danke für eure Hilfe!
Thomas
Hallo Thomas,
dein Bauchgefühl trügt dich nicht. Kenne das Problem aus eigener leidvoller Erfahrung - bei meinem Altbau 2021 hat der Installateur auch so argumentiert und am Ende war die Heizlast völlig falsch berechnet. Das Ding läuft seitdem konstant am oberen Anschlag.
Die VDI 4645 ist tatsächlich "nur" eine Richtlinie, aber sie definiert den Stand der Technik. Wenn der Handwerker davon abweicht und später Probleme auftreten, wird er sich vor Gericht schwer tun zu erklären warum er nicht nach anerkannten Regeln geplant hat.
Mein Tipp: Lass dir schriftlich geben, nach welchen Normen er plant. Falls er die VDI ablehnt, soll er begründen warum seine Methode besser ist. Bei einem Ferienhaus mit vermutlich niedrigerer Nutzung ist eine saubere Auslegung noch wichtiger - sonst taktet das Ding sich zu Tode.
Würde ehrlich gesagt einen anderen Planer suchen. Wer die VDI so abkanzelt zeigt meist mangelndes Fachwissen. Bei 5-stelligen Summen kann man Qualität erwarten.