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Elektroanschluss WP selbst vorbereiten – welche Normen gelten?

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L.Weber94
Beiträge: 32
Themenstarter
(@l-weber94)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#96]

Hallo zusammen,

ich plane gerade für den Herbst den Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und nutze die ruhigere Sommerzeit um mich schon mal in die Thematik einzulesen. Beim Elektroanschluss blicke ich aber ehrlich gesagt noch nicht ganz durch was da an Vorschriften gilt.

Konkret geht es mir um folgendes: Ich möchte zumindest die Vorbereitungen (Leerrohr legen, Zählerplatzbewertung etc.) so weit wie möglich selber machen bevor der Elektriker kommt, damit ich Kosten spare. Aber ich will natürlich nix falsch machen.

Was ich bisher rausgefunden hab: Es gibt die VDE 0100 Reihe, irgendwas mit TAB des Netzbetreibers und anscheinend auch noch spezifische Anforderungen für Wärmepumpen-Tarife beim Zähler. Aber in welchem Zusammenhang das alles steht und was davon wirklich bindend ist – da fehlt mir noch der Überblick.

Paar konkrete Fragen:
- Welche Leitungsquerschnitte sind typisch für eine 8-12 kW WP?
- Muss der Zählerplatz zwingend angepasst werden oder reicht oft das Vorhandene?
- Gibt es Unterschiede je nach Bundesland oder gilt das alles bundesweit einheitlich?
- Was darf ich als Laie wirklich selbst vorbereiten und wo hört das auf?

Bin für jeden Hinweis dankbar, auch wenns erstmal nur Richtung "schau dir das an" geht. Der Einbau soll spätestens im September/Oktober fertig sein bevor die Heizperiode startet.


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3 Antworten
Thomas K.
Beiträge: 24
(@kritiker_1978)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Marcus hat das soweit ganz korrekt zusammengefasst, aber ich ergänze einen wichtigen Punkt den ich für kritisch halte: Viele Leute unterschätzen die TAB-Thematik.

Die technischen Anschlussbedingungen sind KEIN optionaler Hinweis, sondern Vertragsbestandteil mit dem Netzbetreiber. Wenn ein Elektriker eine WP ans Netz bringt ohne die TAB korrekt einzuhalten, haftet am Ende der Eigentümer – nicht der Handwerker. Das hab ich in meinem Umfeld schon erlebt.

Zusatz: Bei WPs ab etwa 4,6 kW elektrischer Anschlussleistung ist häufig eine Anmeldung beim Netzbetreiber nötig, und der kann unter Umständen eine Netzverträglichkeitsprüfung verlangen. Das kostet Zeit. Für deine September/Oktober-Planung würde ich das jetzt sofort angehen, nicht erst wenn der Elektriker kommt. Ruf bei deinem Netzbetreiber an und frag konkret nach dem Formular für WP-Anmeldungen.

Die eigentliche Norm-Hierarchie ist: EVU-Hausanschluss > TAB Netzbetreiber > VDE 0100 > VDI (nur Planung). Bundeseinheitlich ist da wenig – jeder Netzbetreiber kocht sein eigenes Süppchen im Rahmen des NDAV.


Antwort
S.Richter
Beiträge: 68
(@s-richter)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Kurze Ergänzung noch: Was viele vergessen ist der Potenzialausgleich. Der muss bei WPs zwingend fachgerecht ausgeführt werden, steht in VDE 0100-540. Klingt banal, wird aber bei Abnahmen immer geprüft.


Antwort
Marcus K.
Beiträge: 23
(@marcus92)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Moin, das ist ein gutes Thema das ich mir auch schon angeschaut hab als ich meine PV-Anlage kombiniert mit WP geplant hab (hab dazu auch schon hier im Forum geschrieben).

Die wichtigsten Punkte aus meiner Erfahrung:

VDE 0100-710 ist die relevanteste Norm für ortsfeste Geräte wie WPs, aber die gesamte Reihe VDE 0100 gilt grundsätzlich. Entscheidend ist außerdem die TAB deines lokalen Netzbetreibers – die ist de facto bindend weil der Netzbetreiber sonst den Anschluss verweigern kann. Die TABs variieren tatsächlich regional, auch wenn sie auf dem VDE-Standard basieren.

Leitungsquerschnitt für 8-12 kW: Bei 400V Drehstrom kommst du grob auf 16A bis 20A Absicherung, üblich ist NYM-J 5x2,5 oder 5x4mm², je nach Leitungslänge und Verlegeart. Aber das muss der Elektriker konkret berechnen.

Zählerplatz: Wenn du einen eigenen Wärmepumpentarif nutzen willst (lohnt sich meist), brauchst du einen zweiten Zähler. Ob dein Verteilerkasten das hergibt muss jemand mit Fachkundeausweis beurteilen – das ist wirklich kein Bereich für Laien.

Was du selbst machen kannst: Leerrohre legen ist völlig in Ordnung, Erdarbeiten, Kabeldurchführungen vorbereiten. Sobald echte Elektrik ins Spiel kommt: Hände weg und Elektriker ranlassen.


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