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Neubau bekommt mehr BEG-Förderung als Altbau? Warum eigentlich?

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Tobias-Wenzel
Beiträge: 9
Themenstarter
(@tobias-wenzel)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#94]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit ein paar Wochen intensiv mit dem Thema Wärmepumpe und bin dabei auf etwas gestoßen, das ich ehrlich gesagt nicht so ganz verstehe. Wir haben ein Haus aus den 70ern, das wir gerade sanieren – Dämmung ist schon teilweise gemacht, aber die Heizung ist noch die alte Ölgeschichte.

Nun habe ich mich durch die BEG-Infos gewühlt und dabei gelesen, dass Neubauten in manchen Fällen anders (bzw. schlechter?) gefördert werden als Bestandsgebäude. Aber mein Nachbar, der gerade neu baut, hat mir erzählt, dass er mit seinem Neubau deutlich weniger Probleme bei der Förderung hatte und unkomplizierter durchgekommen ist. Jetzt bin ich komplett verwirrt.

Ist das wirklich so, dass Altbau und Neubau grundsätzlich unterschiedlich behandelt werden beim BEG? Ich dachte eigentlich, gerade Altbauten mit Ölheizung wären die "Wunschkandidaten" für die Förderung. Gibt es da konkret andere Prozentsätze, andere Bedingungen, andere Hürden? Und warum ist das so – macht das irgendwie Sinn?

Ich frage auch deshalb, weil wir jetzt eigentlich im Sommer noch loslegen wollen, solange das Wetter für die Arbeiten gut ist. Wäre blöd, wenn wir irgendwas falsch machen und am Ende weniger bekommen als gedacht. Hat jemand da aktuelle Erfahrungen aus 2026?

Danke schon mal!


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3 Antworten
ThomasK30
Beiträge: 15
(@thomask30)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Kurz gesagt: Altbau mit Ölheizung ist tatsächlich der Hauptzielgruppe für BEG. Gerade jetzt im Sommer ist ein guter Zeitpunkt zum Planen, aber bitte keinen Fehler machen und schon mal einen Handwerker beauftragen "damit der Termin gesichert ist" – das killt den Förderanspruch komplett. Hab das bei nem Bekannten miterlebt, kein schönes Thema.


Antwort
Thomas-Kruegers
Beiträge: 49
(@thomas-kruegers)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Das ist tatsächlich ein häufiges Missverständnis, und ich hab das hier im Forum schon öfter erklärt. Die kurze Antwort: Neubauten bekommen beim BEG für Wärmepumpen grundsätzlich keine Bundesförderung über die BEG-Einzelmaßnahmen – das ist nur für den Bestand gedacht. Dein Nachbar hat wahrscheinlich über die KfW Klimafreundlicher Neubau (KFN) gefördert bekommen, das ist ein komplett anderes Programm.

Für euren Altbau aus den 70ern ist das eigentlich eine gute Ausgangslage, sofern ihr die Voraussetzungen erfüllt. Die Grundförderung liegt bei 30%, dazu kann der Heizungstausch-Bonus kommen (wenn eine funktionierende Öl- oder Gasheizung ersetzt wird), und wenn ihr als einkommenschwächerer Haushalt eingestuft seid, gibt's noch den Speed-Bonus obendrauf. Theoretisch kann man auf bis zu 70% kommen, in der Praxis sind 40-55% realistischer.

Ein wichtiger Punkt: Bevor ihr irgendetwas beauftragt, muss der Förderantrag bei der BAFA gestellt und genehmigt sein. Das klingt selbstverständlich, aber ich hab in einem anderen Thread hier schon erlebt, wie Leute das falsch angehen und dann leer ausgehen. Gerade wenn ihr im Sommer loslegen wollt – bitte erst Antrag, dann Auftrag.


Antwort
L.Weber
Beiträge: 48
(@l-weber)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Thomas hat das schon gut zusammengefasst. Ich würd nur noch ergänzen: Der sogenannte "Klima-Geschwindigkeitsbonus" (oder Heizungstauschbonus, je nach Sprachgebrauch) war zeitweise an Einkommensgrenzen geknüpft und wurde 2025/2026 nochmal angepasst. Da lohnt sich ein Blick auf die aktuellen BAFA-Merkblätter, weil sich das immer mal wieder ändert.

Zur eigentlichen Frage Altbau vs. Neubau: Der Grund für die unterschiedliche Behandlung ist eigentlich logisch – im Neubau ist eine Wärmepumpe schlicht Standard und keine besondere Investition, die gefördert werden müsste. Im Altbau dagegen ist der Umstieg von Öl oder Gas auf eine Wärmepumpe ein echter Aufwand, oft mit Umbau der Heizkörper, Rohre usw. Die Förderung soll ja einen Anreiz setzen wo er gebraucht wird.

Was ich in meiner Beschäftigung mit Effizienzkennzahlen gelernt hab (hab mich da eine Weile mit COP/SCOP-Werten beschäftigt): Bei Altbauten mit noch höheren Vorlauftemperaturen wird manchmal auch die technische Eignung hinterfragt. Das kann indirekt die Förderung beeinflussen, wenn der Energieberater da Bedenken anmeldet.


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