Hallo zusammen,
bei mir läuft seit ein paar Monaten eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die ich über Home Assistant integriert habe – Monitoring, Steuerung, PV-Überschussnutzung, das volle Programm. Jetzt stelle ich mir die Frage, was davon eigentlich förderfähig ist bzw. was ich bei einem BEG-Antrag mit angeben kann.
Konkret geht es mir um folgendes: Ich habe neben der WP selbst auch einige Komponenten zur Systemoptimierung verbaut – einen Energiezähler für genaues Monitoring, einen Smart-Meter-Gateway-kompatiblen Zähler, und diverse Sensoren zur JAZ-Berechnung. Das klingt erstmal nach Nerd-Kram, aber ich sehe das als wesentlichen Teil der Effizienzoptimierung.
Fragen dazu:
1. Können solche Monitoring-/Steuerungskomponenten überhaupt als Teil der WP-Installation in die förderfähigen Kosten einfließen?
2. Muss der Installateur das explizit in der Rechnung ausweisen, damit es anerkannt wird?
3. Hat jemand Erfahrung damit, ob das BAFA solche Positionen streicht oder durchwinkt?
Ich hab schon einiges gegoogelt aber konkrete Erfahrungsberichte sind rar. Die offiziellen BAFA-Seiten sind da wenig hilfreich. Wäre cool wenn jemand von euch sowas schon beantragt hat oder weiß wie das gehandhabt wird. Im Sommer ist ja eh weniger los bei der Heizung, da hab ich Zeit mich um den Papierkram zu kümmern 😄
Danke schon mal!
Gute Frage, die ich mir auch schon gestellt habe. Ich hab bei meinem Antrag ähnliches überlegt – ob Steuerungskomponenten mit rein können. Was ich rausgefunden habe: Grundsätzlich sind nur Komponenten förderfähig, die direkt zur Wärmeversorgungsanlage gehören. Ein Energiemanagementsystem kann unter bestimmten Umständen mit rein, aber das muss laut Handwerkerrechnung eindeutig als Teil der WP-Anlage ausgewiesen sein.
Bei reinen Monitoring-Sensoren, die du quasi nachgerüstet hast oder selbst verbaut hast, wird's schwierig. Das BAFA schaut da schon drauf ob das ein Fachbetrieb gemacht hat und ob's in der Rechnung als technisch notwendige Komponente beschrieben ist. "Energiezähler zur Systemoptimierung" klingt erstmal gut, aber ob die das anerkennen ist unsicher.
Ich hatte damals beim COP-Thread gemerkt dass Messdaten für die eigene Anlage super wertvoll sind – aber das ist halt was anderes als Fördervoraussetzung. Mein Tipp: Ruf einmal direkt beim BAFA an, die Hotline ist manchmal überraschend hilfreich.
Ganz ehrlich: In 40 Jahren Beruf hab ich noch keinen Kunden erlebt bei dem BAFA irgendwelche Smart-Home-Spielereien anerkannt hätte. Die wollen die Wärmepumpe sehen, den hydraulischen Abgleich, fertig. Alles andere ist Privatvergnügen.
Ich kenn das Thema aus eigener Erfahrung. Bei mir läuft die WP seit 2019 mit PV-Kopplung und ich hab damals auch überlegt was ich alles in den Antrag packen kann.
Kurze Antwort: Reine Monitoring-Hardware wird in der Regel nicht anerkannt, wenn sie nicht explizit als Teil der Regelungstechnik der WP ausgewiesen ist. Ein Energiemanagementsystem (EMS) das nachweislich die WP-Steuerung übernimmt und vom Fachbetrieb installiert wurde, hat bessere Chancen. Aber ein selbst konfigurierter Home-Assistant-Aufbau mit Sensoren – da wird's schwierig, das ist halt DIY.
Was ich bei meinem Antrag gemacht habe: Alles was in der Handwerkerrechnung stand und direkt zur Anlage gehörte, hab ich eingereicht. Die Smarthome-Sachen hab ich weggelassen, weil ich kein Risiko eingehen wollte dass der ganze Antrag dadurch komplizierter wird. Lieber die sichere Förderung kassieren als wegen ein paar Hundert Euro Sensorkosten Probleme riskieren.
Für die JAZ-Optimierung lohnt sich das Monitoring natürlich trotzdem – das sehe ich genauso wie du. Aber ich würde das sauber trennen: Förderantrag für die Kernanlage, Smart-Home-Kram als eigene Investition betrachten. Hab dazu auch mal was im App-Monitoring-Thread geschrieben falls das hilft.
Als jemand der aus der Gebäudetechnik kommt muss ich hier mal einhaken: Die Frage ob Smart-Home-Komponenten förderfähig sind hängt stark davon ab wie sie im Kostenvoranschlag und der Schlussrechnung beschrieben werden. Das BAFA prüft nicht jeden Posten inhaltlich durch, aber bei Nachfragen oder Stichproben kommt es eben auf die Formulierung an.
"Smart Meter Gateway" klingt technisch seriös und hat einen regulatorischen Hintergrund – das könnte eher durchgehen als "Sensor-Hub für Home Assistant". Ich würde den Installateur fragen ob er das korrekt in der Rechnung formulieren kann, sofern er die Komponenten überhaupt kennt.
Generell gilt: Was nicht vom Fachbetrieb installiert und in Rechnung gestellt wurde, ist raus. Selbst eingebautete IT-Komponenten haben beim BAFA keine Chance, das ist ziemlich klar geregelt. Ob ein professionell verbautes Energiemanagementsystem als förderfähige Anlagenkomponente gilt – da gibt es tatsächlich unterschiedliche Erfahrungen, das ist nicht schwarz-weiß.