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Altbau 1965: Welche Dämmung brauche ich damit die WP förderfähig ist?

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R.Hofmann
Beiträge: 27
Themenstarter
(@r-hofmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#90]

Hallo zusammen,

ich plane gerade, in den nächsten Monaten unsere alte Ölheizung rauszuschmeißen und eine Wärmepumpe einzubauen. Das Haus ist von 1965, Bj. also über 60 Jahre alt, Ziegelmauerwerk, keine Außendämmung, Fenster wurden vor ca. 12 Jahren getauscht (Doppelverglasung), Dach wurde 2018 neu gemacht und dabei auch gedämmt. Der Rest ist quasi Originalzustand.

Jetzt habe ich verschiedene Sachen gelesen, die mich ehrlich gesagt verwirren. Manche sagen, für die Förderung brauche ich einen bestimmten energetischen Standard, andere sagen, es reicht wenn die Wärmepumpe effizient genug läuft. Dann gibt es noch was von wegen 'individuellem Sanierungsfahrplan' oder irgendwelchen Pflichtberatungen.

Meine konkreten Fragen:
- Muss das Haus vor dem Antrag schon gedämmt sein, oder kann die WP auch ohne Sanierung gefördert werden?
- Gibt es eine Mindestanforderung an den Gebäudezustand, oder kommt's nur auf die Anlage selbst an?
- Lohnt es sich im Sommer jetzt schon loszulegen, oder lieber erst im Herbst wenn die Heizperiode wieder naht?

Bin kein Experte in dem Bereich, hab das Haus vor 7 Jahren geerbt und seither schrittweise saniert. Würde mich über Erfahrungsberichte aus ähnlichen Situationen sehr freuen. Der nächste Winter soll der letzte mit Öl sein...


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3 Antworten
L.Weber60
Beiträge: 42
(@l-weber60)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Das mit dem iSFP (individueller Sanierungsfahrplan) das Sie gelesen haben – das ist für den Heizungstausch-Bonus keine Pflicht, bringt aber 5% Extrabonus obendrauf wenn man ihn hat und die Maßnahme darin steht. Lohnt sich also, wenn man sowieso plant schrittweise weiterzumachen.

Ich bin selbst Rentner und hab vor ein paar Jahren unser Haus aus den 60ern umgestellt. Mein Rat: Lassen Sie sich von einem zugelassenen Energieberater (BAFA-Liste) beraten, bevor Sie irgendetwas beauftragen. Nicht wegen der Pflicht, sondern weil die einem wirklich sagen können ob das Haus für eine WP taugt und welche Vorlauftemperatur realistisch ist. Das hat mir damals sehr viel Klarheit gebracht. Die Sommerzeit eignet sich übrigens gut um solche Gespräche zu führen – die Betriebe haben dann oft etwas mehr Zeit als im Herbst wenn alle plötzlich eine neue Heizung wollen.


Antwort
Stefan-Mueller
Beiträge: 49
(@stefan-mueller)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Kurz zur Entwarnung: Es gibt keine generelle Pflicht, das Gebäude vor dem Förderantrag energetisch zu sanieren. Die BEG-Förderung fürs Heizungstauschen (also der Heizungsbonus über die KfW) knüpft die Fördervoraussetzungen hauptsächlich an die Anlage selbst – sprich Effizienzanforderungen der WP, fachgerechte Installation, hydraulischer Abgleich usw. – nicht an einen Mindestwärmedurchgangskoeffizient der Gebäudehülle.

Was aber trotzdem wichtig ist: Eine schlecht gedämmte Hülle macht die WP ineffizienter. Wenn die Vorlauftemperatur dauerhaft über 55°C liegen muss weil das Haus zu viel verliert, dann wird die Jahresarbeitszahl schlechter und das Heizen teurer als es sein müsste. Das ist kein Förderungsthema direkt, aber ein wirtschaftliches.

Ich hab mich da vor einer Weile auch intensiv mit Gesamtkosten beschäftigt, falls das interessiert: LW-WP vs. Sole-WP: Wie rechnet ihr die Gesamtkosten über 20 Jahre? – da haben wir das Thema Altbau-Effizienz auch angerissen.

Mein Rat: Lass erstmal eine Heizlastberechnung machen. Die zeigt dir ob dein Gebäude so wie es ist überhaupt mit einer WP vernünftig betreibbar ist.


Antwort
Ralf B.
Beiträge: 6
(@r-brinkmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Ich seh das etwas anders als Stefan oben – nicht falsch, aber ich würde die Heizkörperthematik noch stärker betonen. Bei nem Haus von 1965 ohne Außendämmung hast du wahrscheinlich noch alte Rippenheizkörper oder sowas in der Art. Die brauchen oft 70-75°C Vorlauf. Eine WP läuft da zwar, aber mit einem COP der einen weinen lässt.

Förderrechtlich hast du recht dass kein Dämm-Mindeststandard Pflicht ist, ABER: wenn du nachher merkst dass du doch noch Heizkörper tauschen musst auf größere Flächen (Niedertemperatur), dann kostet das nochmal extra und du hast den Aufwand doppelt.

Also mein Tipp: Vor dem Antrag wirklich einmal konkret schauen was die Heizkörpersituation ist. Ich hatte da selbst Probleme mit schwankenden Temperaturen, das ist nicht schön. Im Sommer jetzt ist eigentlich ein guter Zeitpunkt um das in Ruhe zu planen, da hat man keinen Druck.


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