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Altbau 1963: Welche Kennzahlen brauche ich für eine seriöse WP-Wirtschaftlichkeitsrechnung?

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Bernd H.
Beiträge: 15
Themenstarter
(@bernd-hoffmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#86]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit einigen Wochen mit dem Thema Wärmepumpe für unser Haus, Baujahr 1963, ca. 160 qm Wohnfläche, teilweise gedämmte Außenwände (Nachrüstung 2009), Dach neu 2015, Fenster ca. 2012. Heizkörper im Erdgeschoss, Fußbodenheizung im ausgebauten Spitzboden wurde damals beim Dach mit eingebaut.

Jetzt im Sommer 2026 plane ich, die alte Ölheizung (Baujahr 2002, läuft noch) endlich zu ersetzen. Die Frage ist nicht ob, sondern wann und wie ich das wirtschaftlich sauber durchrechnen kann.

Ich tue mich schwer damit, was ich alles in die Kalkulation einbeziehen soll. Konkret:
- Wie gehe ich mit dem Restwert der alten Ölheizung um? Die läuft ja noch, hat also theoretisch noch einen Wert.
- Welche Betriebskosten-Annahmen sind für 2026 realistisch – Strompreis, Wartung, Effizienz über die Jahre?
- Gibt es eine Faustregel, wie stark der Altbau-Zustand (vor vs. nach weiterer Dämmung) die Amortisationszeit verändert?
- Sollte ich erst noch weitere Dämmmaßnahmen durchführen und dann rechnen, oder kann ich auch bei aktuellem Gebäudezustand schon sinnvoll kalkulieren?

Ich bin kein Ingenieur und komme beruflich aus einem ganz anderen Bereich, deshalb suche ich keine Excel-Vorlage mit 50 Variablen, sondern eher einen strukturierten Denkrahmen, was wirklich zählt. Vielleicht hat jemand sowas schon mal für einen ähnlichen Fall durchgespielt?

Danke im Voraus,
Bernd


1 Antwort
ThomasB_1986
Beiträge: 21
(@thomasb_1986)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Moin Bernd,

gute Frage, und ich glaub die meisten stehen bei Altbauten genau vor dem gleichen Problem – zu viele Variablen, und am Ende rechnet man sich entweder schön oder schlecht.

Paar Punkte aus meiner Erfahrung:

Zum Restwert der Öl-Heizung: Vergiss den. Klingt hart, aber 24 Jahre alte Heizungen haben auf dem Gebrauchtmarkt quasi keinen Wert, und selbst wenn du sie noch 3 Jahre weiterlaufen lässt, bezahlst du das in Öl, CO2-Abgabe und Wartung locker wieder rein – eher drauf.

Zur Frage Dämmung erst oder WP erst: Das hängt wirklich vom Ist-Zustand ab. Bei deiner Beschreibung (Dach neu, Fenster okay, Teilwanddämmung) würde ich sagen: Heizlastberechnung machen lassen, und dann schaust du ob die WP noch passt wie sie ist oder ob du erst nachbessern musst. Ich hab dazu übrigens im Thread Heizlastberechnung 2026: Welche Software ist aktuell empfehlenswert? schon was geschrieben – da geht's zwar um Software, aber die Grundüberlegung ist dieselbe.

Für den Denkrahmen allgemein: Die drei Säulen sind Investitionskosten netto (nach Förderung), jährliche Betriebskostendifferenz (Öl vs. Strom, realistisch gerechnet, nicht mit Traumstrompreisen), und Lebensdauer der Anlage. Alles andere ist Optimierung. Strompreis würde ich mit 30-35 Cent/kWh ansetzen, mit moderater Preissteigerung von vielleicht 1,5-2% pro Jahr – konservativ, aber nicht übertrieben pessimistisch.

Was dein Baujahr angeht: 1963er Häuser mit deinem Sanierungsstand rechnen sich in der Regel, weil du schon einiges gemacht hast. Komplett unsanierte Altbauten sind da deutlich kniffliger.


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