Hallo zusammen,
ich bin nach längerer Pause wieder hier im Forum und versuche, meine alte Luft-Wasser-Wärmepumpe besser zu verstehen. Das Gerät läuft schon einige Jahre, aber ich habe mir ehrlich gesagt nie wirklich Gedanken über die COP-Werte gemacht. Jetzt wo es draußen so schön warm ist und ich ein bisschen Zeit habe, möchte ich das endlich nachholen und mich für den nächsten Winter vorbereiten.
Mein Problem: Letzten Winter hatte ich das Gefühl, dass die Anlage sehr viel Strom gefressen hat, aber ich kann das nicht wirklich beurteilen, weil ich keine Vergleichswerte habe. Ich habe gelesen, dass ein guter COP im Winter bei Außentemperaturen um die 0°C irgendwo zwischen 2,5 und 3,5 liegen soll – stimmt das noch so, oder hat sich da in den letzten Jahren was geändert?
Was mich außerdem interessiert: Gibt es irgendwelche einfachen Methoden, den COP meiner Anlage nachträglich zu ermitteln, wenn ich keine speziellen Messinstrumente habe? Ich habe nur meinen normalen Stromzähler und die Angaben auf dem Display der Wärmepumpe.
Bin für jeden Hinweis dankbar. Ich weiß, dass ich da technisch wieder einiges aufholen muss, also bitte nicht zu kompliziert wenn möglich!
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd,
deine COP-Orientierungswerte stimmen grundsätzlich noch – bei 0°C Außentemperatur sollte eine halbwegs ordentlich ausgelegte Anlage zwischen 2,5 und 3,5 liegen, wobei ältere Geräte eher im unteren Bereich anzusiedeln sind.
Zur nachträglichen Auswertung ohne Spezialgeräte: Das ist leider etwas mühsam, aber machbar. Du brauchst im Grunde zwei Werte – den Stromverbrauch der Pumpe (aus dem Zähler oder besser einem separaten Zwischenzähler) und die abgegebene Wärmemenge. Letzteres ist das eigentliche Problem, denn ohne Wärmemengenzähler im Heizkreis kannst du die Wärmeabgabe nur grob über die Heizkurve und die Laufzeiten schätzen. Das wird ungenau.
Was ich empfehlen würde: Schau erstmal, ob deine Anlage nicht vielleicht einen internen Wärmemengenzähler hat – manche Hersteller bauen das serienmäßig ein, das wird oft übersehen. Andernfalls wäre ein günstiger Zwischenstromzähler plus ein nachgerüsteter Wärmemengenzähler im Rücklauf für die nächste Heizperiode die sauberste Lösung. Erst dann kannst du wirklich beurteilen ob die Anlage ein Problem hat.
Gruß, Helmut