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8 Jahre Hybrid-Heizung im Altbau – meine Erfahrungen mit Umschaltpunkten

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Heinz W.
Beiträge: 31
Themenstarter
(@h-weber34)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#77]

Hallo zusammen,

ich betreibe jetzt seit 8 Jahren eine Hybridheizung bestehend aus einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und einer Gas-Brennwerttherme in meinem Altbau aus den 70ern. Da gerade Hochsommer ist und die WP momentan fast nur fürs Warmwasser läuft, wollte ich mal meine Erfahrungen teilen und gleichzeitig hören, wie ihr das bei euch handhabt.

Der entscheidende Punkt bei so einer Hybridanlage ist aus meiner Sicht die Regelung der Umschaltpunkte. Bei mir ist das nach vielen Experimenten so eingestellt: Bis etwa -3°C Außentemperatur übernimmt die Wärmepumpe die komplette Heizlast. Darunter schaltet die Gastherme zu, und ab ca. -7°C läuft sie alleine. Das hat sich über die Jahre als guter Kompromiss zwischen JAZ und Komfort herausgestellt – aber ich weiß, dass das sehr von den eigenen Vorlauftemperaturen abhängt.

Was ich gelernt habe: Die meisten Installateure setzen den Bivalenzpunkt viel zu früh auf +2°C oder so. Das kostet ordentlich JAZ ohne echten Nutzen. Meine Therme hat in den letzten drei Wintern insgesamt vielleicht 15% der Gesamtenergie geliefert – und das, obwohl der Altbau alles andere als gut gedämmt ist.

Mich würde interessieren: Welche Erfahrungen habt ihr mit euren Umschaltpunkten gemacht? Und gibt es hier jemanden, der eine ähnliche Konstellation hat und vielleicht andere Einstellungen gewählt hat? Besonders interessiert mich auch, ob jemand die Umschaltung dynamisch per Strompreis steuert – das überlege ich seit einer Weile.


7 Antworten
Marc_85
Beiträge: 40
(@marc_85)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Für unsere Situation – 90er-Jahre Haus, Schichtdienst – klingt das Hybrid-Konzept eigentlich ideal. Was mich aber gerade im Sommer mehr beschäftigt: Kann die WP in so einer Hybridanlage auch aktiv kühlen? Bei den letzten Hitzewellen war das echt ein Thema bei uns zuhause. Hast du da Erfahrungen Heinz, oder ist das mit der Gastherme als zweitem Erzeuger hydraulisch zu kompliziert?


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Klaus H.
Beiträge: 11
(@klaushartmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Ich bin da ehrlich gesagt etwas skeptisch was die 15% Gasanteil angeht – nicht weil ich Heinz nicht glaube, sondern weil ich vermute dass viele diese Zahl ohne Warmwasseranteil rechnen. Warmwasser zieht im Altbau oft einen deutlich größeren Teil als man denkt, und wenn die WP dafür auf 55-60°C hochheizt, drückt das die JAZ brutal runter. Meine Smart-Home-Integration liefert mir da endlich echte Verbrauchsdaten statt Schätzungen – und die Überraschungen waren nicht immer positiv.

Zur dynamischen Steuerung über Strompreise: Technisch machbar, aber die Regelung muss das wirklich sauber abbilden. Ich hab nach meiner BAFA-Erfahrung gelernt dass man da sehr genau hinschauen muss was die Anlage tatsächlich macht vs. was sie laut Steuerung macht. Das sind manchmal zwei verschiedene Dinge.


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TobiasH
Beiträge: 47
(@tobiash)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Heinz, danke für die konkreten Zahlen. Die 15% Gasanteil klingen erstaunlich niedrig für einen nicht sanierten Altbau – was sind denn bei dir ungefähr die Vorlauftemperaturen bei -3°C? Das ist ja entscheidend dafür, ob die WP da noch effizient läuft oder schon im Bereich COP 2 oder schlechter landet.

Ich beschäftige mich gerade intensiv mit JAZ-Berechnungen für mein 80er-Jahre Haus und da ist genau dieser Punkt der kniffligste: Bei schlecht gedämmten Häusern braucht man oft 55°C oder mehr Vorlauf, und dann sackt die JAZ so tief, dass die Wirtschaftlichkeit der WP-Laufzeit fraglich wird. Hab dazu auch schon einiges verglichen, z.B. Gas-WP vs. Elektro-WP: echter Kostenvergleich über 20 Jahre? – aber konkrete Praxiswerte wie deine sind immer wertvoller als Tabellenkalkulationen.


Antwort
M.Bachmann
Beiträge: 40
(@m-bachmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Aus der Praxis als Wärmepumpeninstallateur: Der Bivalenzpunkt bei -3°C ist für einen typischen unsanierten 70er-Jahre Altbau durchaus sinnvoll, solange die WP ausreichend dimensioniert ist. Ich sehe bei Kunden häufig, dass zu kleine Geräte dann im Bivalenzpunkt schon am Limit laufen und die Therme früher zuschalten muss als eigentlich nötig.

Zur Strompreissteuerung: Das geht über SG-Ready relativ sauber, habe ich auch schon bei einigen Anlagen umgesetzt. Wichtig ist dass der Wärmepumpenmanager dann wirklich den Gaskessel sperren kann und nicht nur die WP freigibt – die Hydraulik muss das hergeben. Hab dazu auch schon im Forum was zum Thema Einbindung geschrieben.


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