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Warmwasser-Wärmepumpenboiler neben Hybrid-Heizung: doppelt sinnvoll?

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Stefan-Berger
Beiträge: 30
Themenstarter
(@stefan-berger)
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Beigetreten: Vor 1 Monat
[#92]

Hallo zusammen,

ich plane gerade unsere Haustechnik etwas umzustrukturieren und bin auf das Thema Warmwasser-Wärmepumpenboiler (also diese Standalone-Geräte, die Luft aus dem Raum nutzen und Warmwasser bereiten) gestoßen. Wir haben aktuell eine Hybrid-Anlage für die Heizung, aber das Warmwasser läuft noch über die Gastherme im Verbund.

Jetzt frage ich mich: Wäre so ein separater Boiler mit integrierter Wärmepumpe eine sinnvolle Ergänzung? Mein Gedanke wäre, den im Keller aufzustellen – der ist im Sommer eh recht warm, also sollte der Boiler da effizient arbeiten. Im Winter befürchte ich aber, dass er mir den Keller zu sehr auskühlt und ich dadurch woanders mehr heizen muss.

Ein paar konkrete Fragen hätte ich:
– Wie hoch ist die JAZ solcher Geräte realistischerweise im Jahresdurchschnitt?
– Macht das wirtschaftlich Sinn, wenn ich ohnehin schon die WP im Hybrid-System für WW nutzen könnte?
– Gibt es Interferenzen mit meiner bestehenden Hydraulik oder ist das komplett entkoppelt?
– Was ist mit dem Kondenswasser – brauche ich da einen separaten Abfluss?

Ich frage das jetzt im Sommer, weil ich das Projekt gerne bis Herbst umgesetzt hätte, bevor die Heizperiode wieder losgeht. Würde mich über Erfahrungen freuen, besonders von Leuten die sowas schon im Bestand haben.

Danke, Stefan


4 Antworten
ThomasK89
Beiträge: 30
(@thomask89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich hab sowas Ähnliches bei mir überlegt, bin aber dann doch dabei geblieben, das WW über die bestehende Hybridanlage zu machen. Unser Haus ist Baujahr 1968, also Bestand mit allem was dazu gehört.

Der Punkt mit dem Keller auskühlen ist real. Bei mir sind das ca. 20m² Kellerfläche und wenn da so ein Boiler im Winter 3kW Wärme rauszieht, merkt man das. Je nachdem ob dein Keller beheizt ist oder nicht macht das einen Unterschied. Unbeheizter Keller im Winter = der Boiler arbeitet gegen sich selbst ein bisschen.

Was mich damals auch beschäftigt hat: Wenn deine Hybridanlage sowieso schon WW-Bereitung kann, zahlst du für den Boiler nochmal Anschaffungskosten (700–1200€ je nach Gerät) plus Installation, plus der Heizstab-Backup läuft eh manchmal mit. Ob sich das in absehbarer Zeit amortisiert ist fraglich.

Sommerhalbjahr ist definitiv die beste Zeit für solche Geräte, da hast du recht. Aber ein Jahresprojekt sollte das schon wirtschaftlich rechtfertigen können.


Antwort
Stefan-Koch
Beiträge: 28
(@stefan-koch)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Also ich seh das etwas anders als ThomasK89 oben was die Amortisation angeht. Kommt halt sehr stark drauf an wie euer Verbrauch aussieht und was ihr aktuell für WW-Bereitung zahlt. Wenn die Gastherme das WW macht und Gas bei euch z.B. 12–13 Cent/kWh kostet, dann kann ein Boiler mit JAZ 2,5 bei Strompreisen um die 28–30 Cent schon knapp werden oder sogar schlechter rauskommen. Da muss man rechnen, nicht pauschal sagen "lohnt sich".

Ich hab letztes Jahr für einen Kunden genau sowas durchgerechnet (ich arbeite im Bereich Haustechnik-Planung) und je nach Ausgangslage war der Break-Even zwischen 6 und 14 Jahren. Das ist ne riesen Spannweite.

Was ich grundsätzlich empfehlen würde: Wenn ihr PV auf dem Dach habt und im Sommer Überschuss produziert, dann macht ein Boiler wirklich Sinn – Überschussstrom direkt ins Warmwasser ist fast geschenktes Geld. Ohne PV ist die Rechnung weniger eindeutig.

Zur Frage ob Herbst realistisch ist: Wenn du das jetzt im Juni angehst, hast du eigentlich gute Chancen. Handwerker haben gerade noch keine volle Auslastung für die Heizsaison.


Antwort
SkeptikJAZ42
Beiträge: 51
(@skeptikjaz42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Die JAZ-Frage ist berechtigt und wird leider oft zu optimistisch beantwortet. Herstellerangaben liegen oft bei 3,0–3,5, aber das sind Laborbedingungen. Im realen Keller, besonders wenn der im Winter auf 12–14°C auskühlt, sieht das deutlich schlechter aus – da nähert man sich schnell dem Bereich, wo der eingebaute Heizstab mitläuft und die Effizienz nach unten zieht.

Dein Gedanke mit dem warmen Keller im Sommer ist richtig, das ist die Saison wo so ein Boiler wirklich gut performt. Im Winter ist das eine andere Geschichte. Ich hab mich in einem anderen Thread schon zur JAZ-Thematik geäußert (Luft-, Sole- oder Wasser-WP: Was sagen echte JAZ-Werte für Neubau?) – der Grundgedanke gilt aber auch hier: Nennwerte und Realwerte klaffen bei Luftwärmepumpen erheblich auseinander.

Zur Hydraulik: Ein Standalone-Boiler ist komplett entkoppelt, also keine Interferenz mit deiner bestehenden Anlage. Das ist gleichzeitig Vor- und Nachteil – kein synergetischer Effekt, aber auch keine Fehlerquelle.

Kondenswasser: Ja, du brauchst einen Abfluss. Bei manchen Geräten geht es auch mit einem Kondensatpumpen-Set, aber das ist ein Zusatzkosten-Faktor den viele vergessen.


Antwort
L.Fischer
Beiträge: 48
(@l-fischer)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Kondenswasser nicht vergessen – das wird gerne unterschätzt. Bei Vollbetrieb können das im Sommer leicht 1–2 Liter täglich sein. Einen vorhandenen Bodenablauf im Keller solltest du vorher prüfen, ob der das dauerhaft aufnimmt.


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