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Hybrid-System im Neubau - bin ich verrückt? Alle reden von reinen WP

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Stefan89
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(@stefan89)
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Beigetreten: Vor 2 Wochen
[#37]

Hallo zusammen,

ich plane gerade meinen Neubau (Baujahr 2027) und alle - Energieberater, Heizungsbauer, sogar meine Familie - reden mir zu einer reinen Luft-Wasser-Wärmepumpe. "Bei der Dämmung und Fußbodenheizung brauchst du kein Gas" heißt es immer.

Aber ehrlich: Ich kann nachts nicht schlafen, wenn ich daran denke, dass bei -15°C im Winter nur diese eine Wärmepumpe läuft. Was ist, wenn sie kaputt geht? Was ist bei Stromausfall? Ich weiß, dass Gasheizungen auch mal ausfallen, aber irgendwie fühlt sich ein Hybrid-System sicherer an.

Meine Daten: 140qm EFH, KfW55-Standard, Heizlast etwa 6kW. Die Mehrkosten für eine Hybrid-WP gegenüber einer reinen WP sind etwa 4.000€ (Gasanschluss ist eh da).

Jetzt im Sommer habe ich noch Zeit zu planen. Bin ich paranoid oder gibt es gute Gründe für Hybrid auch im gut gedämmten Neubau? Vielleicht als Absicherung oder für die Übergangszeit bis die WP richtig eingestellt ist?

Danke für eure Meinungen!


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3 Antworten
WolfgangB.1947
Beiträge: 24
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(@wolfgangb-1947)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Lieber Stefan,

ich muss Ihnen leider widersprechen. Nach 40 Jahren in der Branche kann ich sagen: Hybrid im Neubau ist rausgeworfenes Geld.

Bei KfW55 läuft die WP zu 95% des Winters, der Gasbrenner gammelt vor sich hin. Mehr Komponenten = mehr Störungsquellen. Hab schon zu viele Hybrid-Anlagen gesehen, wo nach 5 Jahren der Brenner Probleme macht weil er zu selten gelaufen ist.

Die Angst vor Ausfall ist unbegründet - moderne Luft-WP sind extrem zuverlässig. Und wenn doch mal was ist: Heizungsbauer kommen auch samstags.

4.000€ sind besser angelegt in Pufferspeicher und vernünftige Regelung. Das bringt mehr als ein Gasbrenner, der alle paar Jahre mal anspringt.


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WolfgangH
Beiträge: 30
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(@wolfgangh)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Hi Stefan,

also ich sehe das etwas anders als Paul. Sicherheit hat schon ihren Wert! Wenn die 4.000€ nicht wehtun, warum nicht? Ein Hybrid-System gibt dir einfach mehr Flexibilität.

Besonders wenn du später mal PV dazu baust, kannst du schön zwischen Strom und Gas wechseln je nach Überschuss. Hab da auch schon mal drüber diskutiert.

Und seien wir ehrlich: Bei den Strompreisen kann Gas in manchen Situationen sogar günstiger sein. Die Redundanz ist halt schon beruhigend, gerade im ersten Winter.

Wenn du die Kohle hast - mach's. Schlechter wird's dadurch nicht.


Antwort
TechnikPaul_78
Beiträge: 35
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(@technikpaul_78)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Moin Stefan,

ich kann deine Bedenken verstehen, aber bei einem KfW55-Neubau ist eine Hybrid-WP wirklich nicht nötig. Bei 6kW Heizlast schafft eine moderne Luft-WP locker auch -15°C. Die Redundanz-Angst kenne ich, aber ehrlich: Gasthermen fallen genauso aus wie WP-Verdichter.

Für Stromausfall kannst du dir einen Generator holen - günstiger als die 4.000€ Mehrkosten. Und die Einstellerei bei der WP ist nach 1-2 Monaten durch, da brauchst du kein Gas-Backup.

Ich hab in einem anderen Thread mal geschrieben: Lieber die WP etwas größer dimensionieren als unnötig kompliziert werden. Bei deiner Dämmung hast du so viel Puffer, da kann nix schiefgehen.

Die 4.000€ steck lieber in eine bessere WP oder PV-Anlage.


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