Hallo zusammen,
stehe vor einer Entscheidung und brauche euren Rat. Habe ein Einfamilienhaus von 1975 geerbt, 140qm, noch mit alter Ölheizung. Mein Energieberater meint, ich sollte erst ordentlich dämmen (Dach, Fassade, neue Fenster) und dann eine passende Wärmepumpe einbauen. Das würde aber locker 60.000€ kosten und dauert ewig.
Meine Überlegung: Kann ich nicht einfach eine deutlich größere Wärmepumpe nehmen und mir die ganze Dämmerei sparen? Wenn die WP mehr Power hat, schafft sie doch auch das ungedämmte Haus zu heizen, oder? Die Mehrkosten für eine größere Pumpe sind bestimmt viel weniger als eine Komplettsanierung.
Der Berater warnt vor hohen Betriebskosten, aber bei den aktuellen Gaspreisen kann das doch nicht so schlimm sein. Außerdem will ich diesen Sommer noch was machen - die Dämmung würde sich bis nächstes Jahr ziehen.
Was sind eure Erfahrungen? Hat schon mal jemand bewusst "überdimensioniert" statt gedämmt? Rechnet sich das?
Hmm, sehe ich teilweise anders. Kommt drauf an wie schlecht das Haus wirklich ist. Hab selbst nen 80er Jahre Bau, da läuft die WP auch ohne Vollsanierung ganz ok. Klar, optimal ist anders, aber die Kosten für Dämmung sind echt heftig geworden.
Wichtig ist meiner Meinung nach die Heizlast richtig zu berechnen. Bei 140qm und Baujahr 75 könnte das schon sportlich werden mit ner WP. Aber wenn du sowieso im Sommer planst - lass dir doch erstmal ein vernünftiges Angebot für beides machen. Oft ist die größere WP gar nicht so viel teurer, die Betriebskosten sind das Problem.
Sorry, aber das ist ne schlechte Idee. Hab schon zu viele gesehen die das versucht haben und dann bereut haben. Bei nem 75er Haus ohne Dämmung brauchst du Vorlauftemperaturen von 60-70°C, da ist die WP praktisch nur noch ein teurer Elektroheizer.
Dazu kommt: Die Förderung bekommst du nur wenn das Gebäude gewisse Standards erfüllt. Ohne Dämmung fällst du durch alle Raster. Also zahlst du nicht nur mehr Strom, sondern auch die volle WP-Summe selbst.
Paul, da muss ich deinem Energieberater leider recht geben. Eine überdimensionierte WP ist nicht die Lösung für schlechte Dämmung. Das Problem ist nicht nur der höhere Stromverbrauch, sondern auch die Effizienz. Bei hohen Vorlauftemperaturen (die du bei schlechter Dämmung brauchst) arbeitet die WP viel schlechter - oft nur noch mit JAZ 2,5 statt 4+.
Ich hab vor Jahren bei Split vs. Monoblock schon mal geschrieben: Ohne vernünftige Gebäudehülle wird jede WP zum Stromfresser. Dazu kommt: Eine zu große WP taktet ständig an und aus, das verschleißt sie schneller und ist ineffizient.
Mein Rat: Wenigstens das Dach dämmen und neue Fenster, das bringt schon viel. Den Rest kannst du später machen.