Hallo zusammen,
ich stecke gerade mitten in der Entscheidungsphase und versuche ernsthaft durchzurechnen, ob sich ein Hybrid-System für mein Haus wirklich lohnt. Ich hab ein freistehendes EFH, Baujahr ca. 1995, ca. 160qm Wohnfläche, Gasheizung von 2011 läuft noch zuverlässig. Ein Anbieter hat mir ein Hybrid-Paket (Luft-Wasser-WP + bestehende Gastherme bleibt) für knapp 18.000 Euro angeboten, nach Förderabzug so um die 11.000-12.000 Euro netto.
Jetzt die Frage: Wie rechnet ihr die Amortisation wirklich durch? Ich meine nicht irgendwelche Hochglanzbroschüren-Versprechen à la "8 Jahre und Sie haben's raus". Ich will das selbst nachvollziehen können. Welche Kostenpositionen muss ich einbeziehen? Nur Energiekosten Vorher/Nachher? Oder auch Wartung, eventuelle Reparaturen, Restlaufzeit Gastherme einkalkulieren?
Und wie geht ihr mit den Unsicherheiten um – Gaspreisentwicklung, Strompreis, das ist ja alles nicht vorhersehbar. Macht ihr da Szenarien oder habt ihr eine Faustformel?
Ich weiß, der Sommer ist eigentlich die falsche Jahreszeit um über Heizkosten nachzudenken, aber ich will das jetzt planen solange ich Zeit hab und nicht im Oktober unter Druck entscheiden müssen.
Danke schon mal für eure Erfahrungen!
Die Frage kenn ich gut – hatte selbst monatelang Excel-Tabellen vor mir. Kurz gesagt: Die meisten Anbieter-Rechnungen sind zu optimistisch, weil sie statische Energiepreise ansetzen und Wartungskosten entweder weglassen oder zu niedrig ansetzen.
Was ich empfehle: Nimm deine letzten 3 Jahresabrechnungen Gas, dann weißt du deinen tatsächlichen Verbrauch in kWh. Dann schätz, welchen Anteil die WP übernehmen kann (bei deinem Baujahr vielleicht 60-70% wenn die Heizkörper nicht zu alt sind). Den Rest macht Gas. Dann rechnest du mit dem aktuellen Gaspreis vs. Strompreis durch JAZ geteilt.
Die Wartung würde ich mit ca. 300-400 Euro/Jahr für das WP-Teil einplanen, die Gastherme kommt nochmal oben drauf. Das frisst gerne 1-2 Jahre Amortisation weg.
Was ich kaum planbar finde: Gaspreis in 5 Jahren. Da würde ich drei Szenarien rechnen – Gas bleibt stabil, Gas +30%, Gas +60%. Dann siehst du, wie empfindlich deine Rechnung auf den Gaspreis reagiert. Bei mir war das der entscheidende Punkt. Habe das übrigens auch beim Thema Installationskosten lernen müssen – Elektriker-Angebot für WP-Installation erhalten – ist das normal? – da kommen nochmal Posten zusammen, die man vorher nicht auf dem Schirm hat.
Ich seh das etwas anderss als Brinkmann oben: Die ganzen Szenario-Rechnungen sind am Ende schöne Theorie. Ich hab das beim WP-vs.-Gas-Vergleich auch durchexerziert (Beitrag irgendwo hier im Forum) und festgestellt: Du kannst rechnen so viel du willst, nach 5 Jahren stimmt die Wirklichkeit sowieso kaum mit dem Modell überein.
Meine ehrliche Einschätzung bei deinen Zahlen: 11-12k netto, Gastherme noch gut in Schuss – du redest locker von 12-15 Jahren realer Amortisation, wenn die Gaspreise nicht stark steigen. Das sagen dir die meisten Anbieter nicht so direkt.