Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit der Frage, ob eine Sole/Wasser-WP für mein Vorhaben die richtige Wahl wäre, und bin dabei auf das Thema Vereisung der Erdsonde gestoßen. In diversen Herstellerunterlagen wird das entweder komplett verschwiegen oder als "theoretisches Randproblem" abgetan – typisch Hochglanzprospekt.
Mich interessieren dagegen echte Erfahrungswerte: Unter welchen Bedingungen vereist eine Erdwärmesonde tatsächlich? Ich hab gelesen, dass es passiert wenn die Solerücklauftemperatur zu weit abfällt, also die Wärmepumpe mehr Energie entzieht als das Erdreich regenerieren kann. Klingt plausibel – aber wie realistisch ist das im normalen Betrieb?
Konkret würde ich gerne wissen:
– Welche Betriebssituationen begünstigen das (zu kleine Sonde, falsch ausgelegte Bohrmeter, extremer Kältewinter)?
– Gibt es messtechnische Frühwarnzeichen, die man als Betreiber selbst erkennen kann?
– Und was sagen unabhängige Quellen oder eigene Messwerte der Forumsmitglieder dazu – nicht die Hausprospekte von Vaillant, Viessmann oder wie sie alle heißen?
Wäre das Ganze ein einmaliges Ereignis oder kann dauerhaftes Vereisen die Sonde bzw. das Bohrloch strukturell beschädigen? Das würde mich bei der Gerätewahl und der Auslegung erheblich beschäftigen.
Ich bin für jeden konkreten Erfahrungsbericht dankbar – mit Zahlen wo möglich.
Thomas K.
Da ich gerade selbst was zu Hybrid-Anlagen geschaut hatte (8 Jahre Hybrid-Heizung im Altbau – meine Erfahrungen mit Umschaltpunkten), aber das betrifft natürlich Luft-Wasser und keine Erdsonde – trotzdem: Das Thema Auslegung ist bei beiden Systemen entscheidend.
Bei meiner Hybridanlage läuft die WP erst gar nicht an wenn draußen mehr als -8°C kalt sind – bei Erdsonden ist das ja anders, die läuft theoretisch immer. Genau da liegt aber auch die Gefahr: Im sehr kalten Winter ohne solare Regeneration über Monate kann das Erdreich langsam auskühlen, und wenn die Bohrtiefe knapp kalkuliert war, kommt man in den kritischen Bereich.
Der Tipp mit dem Solerücklauf als Messwert ist absolut richtig. Ich würde ergänzen: Man sollte auch schauen wie sich der Wert über mehrere aufeinanderfolgende Kälteperioden entwickelt – ein langsam fallender Trend über mehrere Winter wäre ein Warnsignal, auch wenn man noch nicht im Alarmbereich ist. Manche Anlagen haben sowas in der Fernüberwachung dabei, aber das hängt stark vom Hersteller ab.
Ich hab da gute Erfahrungen gemacht, wenn man sich mehrere Angebote parallel einholt und nicht nur auf den Preis schaut. Wichtig ist auch, die Garantiebedingungen und den After-Sales-Service zu vergleichen - das spart dir später viel Ärger. Lass dich Zeit beim Vergleich, es lohnt sich! Angebot vergleichen für Wärmepumpen
Ich kann da aus eigenem Tüfteln ein bisschen beitragen, auch wenn ich keine Erdsonde, sondern Kollektor habe – das Grundprinzip ist ähnlich.
Das Vereisen passiert eigentlich fast immer dann, wenn die Sonde schlicht zu kurz gebohrt wurde oder die Wärmepumpe zu groß dimensioniert ist – also wenn der Entzug dauerhaft höher liegt als die Regenerationsfähigkeit des Erdreichs. Im normalen, ordentlich ausgelegten Betrieb sollte das eigentlich nicht auftreten. Die Solerücklauftemperatur ist dabei tatsächlich der entscheidende Messwert: Wenn die unter etwa -5°C rutscht und dort dauerhaft bleibt, wird's kritisch. Die meisten Regler haben dafür eine Abschaltgrenze, aber ob die sinnvoll eingestellt ist – das prüft man besser selbst nach.
Dauerhaftes Vereisen kann das Bohrloch tatsächlich schädigen, weil Eis mehr Volumen braucht als Wasser und das die Verpressung des Bohrlochs mechanisch belasten kann. Hab dazu mal was in einem geologischen Fachbericht gelesen, leider nicht mehr die Quelle parat.
Was mich bei Deiner Frage interessiert: Hast Du schon konkrete Angebote mit Bohrmeter-Angaben? Da sieht man oft schon ob ein Anbieter konservativ oder "optimistisch" ausgelegt hat.