Interessante Frage, ich komm zwar aus der Sole-Wasser-Ecke (hab mich da intensiver mit Hybridkombinationen beschäftigt, siehe auch meinen Thread zu Sole-WP + Gas-Hybrid und passiver Kühlung im Sommer), aber beim Thema COP-Erwartungen ist das Prinzip ähnlich.
Die Herstellerwerte gelten fast immer unter Normbedingungen – also z.B. Quelltemperatur 10°C, Heizwasser 35°C. In der Praxis schwankt das erheblich. Wenn du im Winter mit 45-50°C Vorlauf fährst, bist du schon deutlich unter dem Prospektwert. COP 6 im Jahresmittel halte ich bei optimalen Bedingungen (niedriger Vorlauf, stabiles Grundwasser) für möglich, aber nicht als Garantie. Ich würde beim Planen eher mit 4,5 bis 5,5 kalkulieren und mich über mehr freuen.
Ich plane selbst gerade eine Wasser-Wasser-Anlage und hab mich da einige Wochenenden reingekniet – Zeit ist ja bekanntlich knapp.
Was ich rausgefunden hab: Der Unterschied zwischen COP-Prüfstandswert und JAZ liegt bei W/W-Systemen oft bei 0,5 bis 1,5 Punkten. Hauptgründe laut dem was ich gelesen hab sind Taktung, Hilfsaggregate (Brunnenpumpe!), und eben die WW-Bereitung.
Gerade die Brunnenpumpe wird oft vergessen bei der Effizienzrechnung. Die läuft ja mit und zieht Strom, taucht aber im COP des Geräts selbst nicht auf. Wenn man den mitrechnet, sieht die Bilanz schon nüchterner aus. Hab das bei meiner Planung explizit mit dem Installer besprochen und bestanden auf einer Systemeffizienz-Angabe inkl. aller Hilfsaggregate.