Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit den Einstellungen meiner Wärmepumpe und bin über die Funktion "Warmwasservorrang" gestolpert. Im Grunde läuft das ja so: Wenn die WP gerade Warmwasser aufheizt, wird die Heizung für diese Zeit komplett unterbrochen oder zumindest gedrosselt.
Im Sommer ist das ja relativ egal, weil die Heizung eh kaum läuft – aber ich frage mich schon, wie das im Winter aussieht. Also konkret: Wenn morgens um 6 Uhr alle duschen und die WP erstmal 20-30 Minuten nur Warmwasser macht – kühlt dann wirklich der Fußboden spürbar ab? Oder ist das wegen der thermischen Trägheit der Fläche eh irrelevant?
Mein Installateur hat das Vorrang-Programm aktiviert gelassen und meinte, das sei "so üblich". Aber ich habe in einem anderen Thread gesehen, dass manche da ganz andere Erfahrungen haben. Mir geht's vor allem darum ob ich das einfach so lassen soll oder ob es sinnvoll wäre, das anzupassen. Manche schwören ja drauf, andere sagen, man kann den Vorrang auch deaktivieren und die WP taktet dann halt beides irgendwie parallel durch.
Hat jemand da praktische Erfahrungen? Besonders interessiert mich, ob ihr den Komfortunterschied wirklich merkt oder ob das eher theoretisch ist. Schöne Grüße!
Ich seh das etwas anders als Mila. Ob man es merkt oder nicht hängt auch stark davon ab, wie gut die WP auf den Heizbedarf ausgelegt ist und wie kalt es draußen ist. Bei -10°C und nem eh schon grenzwertig dimensionierten Gerät kann so ein Vorrangbetrieb schon dazu führen, dass die Vorlauftemperatur nach dem WW-Zyklus erstmal hinterherhinkt. Hab das bei nem Bekannten gesehen, der hatte im letzten Winter genau das Problem – morgens kühlere Bäder, weil das System nach dem WW-Vorrang 'ne Weile gebraucht hat um wieder hochzukommen.
Dein Installateur hat nicht Unrecht, dass es "üblich" ist, aber üblich heißt nicht automatisch optimal für deine spezifische Situation. Ich würde empfehlen: im kommenden Winter mal mit dem Komfortgefühl beobachten, und wenn's passt, dann alles gut. Falls nicht, kann man die Vorrangzeit begrenzen oder den Startzeitpunkt des WW-Programms verschieben, sodass es nicht genau mit dem Morgenroutine-Bedarf der Heizung zusammenfällt. Im Sommer spielt das eh keine Rolle.
Bei Fußbodenheizung merkst du das so gut wie nie. Die Masse im Boden puffert das problemlos weg, 20-30 Minuten Unterbrechung sind da wirklich nichts. Ich hab das bei uns ähnlich hinterfragt – ich hatte damals auch erstmal mehrere Meinungen eingeholt (kennst du vielleicht: 5 Installateure – einer besteht auf Hausbesuch, andere nicht. Wer hat Recht?) – und am Ende war die einheitliche Aussage: bei Flächenheizung einfach lassen wie's ist.
Wenn du aber Heizkörper hast, kann das schon eher spürbar werden, weil die viel weniger Speichermasse haben. Dann lohnt es sich eher, den Vorrang zu deaktivieren oder zumindest die Vorrangzeit zu begrenzen. Steht in deiner Anleitung meist als "max. WW-Vorrangzeit" oder so ähnlich. Auf 20 Minuten begrenzen ist ein guter Kompromiss.