Hallo zusammen,
ich plane diesen Sommer einen dreiwöchigen Familienurlaub (Mitte Juli bis Anfang August) und frage mich, was ich vorher mit meiner Wärmepumpe in Bezug auf den Legionellenschutz einstellen soll. Wir haben eine Luft-Wasser-WP mit integriertem 200L-Pufferspeicher für Warmwasser, seit letztem Herbst in Betrieb.
Meine konkrete Frage: Das thermische Desinfektionsprogramm läuft bei mir aktuell jede Woche Mittwoch auf 65°C, dauert ca. 40 Minuten mit Heizstabunterstützung. Macht es Sinn, dieses Programm während des Urlaubs weiterlaufen zu lassen, obwohl das Wasser dann drei Wochen lang kaum entnommen wird? Ich habe gelesen, dass stehendes Wasser das Legionellenrisiko erhöht, aber gleichzeitig kostet jedes Aufheizen auf 65°C natürlich ordentlich Strom.
Alternativ: Soll ich die WP komplett auf "Urlaub-Modus" stellen und dafür einmal kurz vor der Rückkehr manuell eine Desinfektion auslösen? Oder ist das rechtlich/technisch problematisch?
Ich hab auch noch keine Zirkulation, falls das relevant ist. Leitungen sind alle unter 3m vom Speicher zur nächsten Zapfstelle, also recht kurz.
Freue mich über Erfahrungsberichte – gerne auch von Leuten die das ähnlich gehandhabt haben. Danke!
S.Weber90 hat einen wichtigen Punkt: das Durchspülen nach dem Urlaub ist wirklich unterschätzt.
Ich würde aber trotzdem empfehlen, das Desinfektionsprogramm nicht einfach abzuschalten. Nicht wegen Legionellen im Speicher selbst – der Speicher mit 65°C ist sicher – sondern weil du ja auch nicht weißt, ob vielleicht jemand kurz reinschaut, Pflanzen gießt, oder irgendwas anderes passiert. Dann ist das Wasser nicht ewig unberührt und ein Desinfektionszyklus kurz davor ist nie verkehrt.
Bei meiner Anlage (Grundwasser-WP, etwas andere Konstellation – hatte ich im Wasser-Wasser-Thread schon beschrieben) lasse ich den Rhythmus im Urlaub unverändert. Kostet mich wenige Euro und ich muss nicht nachdenken.
Hey MarkusT84, ich hab letztes Jahr ähnlich überlegt und mich dann für einen Mittelweg entschieden: Desinfektionsprogramm auf alle 10 Tage gestellt statt wöchentlich, und die Solltemperatur im Normalbetrieb auf 55°C hochgesetzt, damit schon die Grundtemperatur etwas höher liegt. Hat gut funktioniert, zumindest keine negativen Erfahrungen.
Bei kurzen Leitungen ohne Zirkulation sehe ich das entspannter als WernerPV oben. Das Hauptrisiko bei Legionellen sind lange Totleitungen mit warmem stehendem Wasser, genau das hast du ja nicht. Den Urlaubs-Modus komplett abschalten würde ich aber trotzdem nicht, auch wenn ich kein Experte auf dem Gebiet bin.
Einen Tipp noch: Bei manchen Reglern kannst du einmalig einen "Abwesenheitsmodus" einstellen, der den Speicher auf z.B. 60°C hält statt 65°C zu fahren – weniger Energieaufwand, aber immer noch im sicheren Bereich. Schau mal ins Handbuch deiner WP, welche Marke ist das eigentlich?
Kurz und knapp: Desinfektionsprogramm dranlassen, Intervall kannst du auf 14 Tage strecken wenn du Strom sparen willst, aber nicht ganz abschalten. Und nach dem Urlaub erstmal 5 Minuten alle Hähne aufdrehen – das ist wichtiger als alles andere.
Das ist eine sehr berechtigte Frage, die ich mir beim Aufbau meiner eigenen Anlage auch gestellt habe. Bei mir läuft die Desinfektion ebenfalls wöchentlich, und ich habe mich damals intensiv damit befasst.
Das Kernproblem ist folgendes: Stehendes Warmwasser bei Temperaturen zwischen 25 und 50°C ist das ideale Milieu für Legionellen. Wenn der Speicher über Wochen nicht genutzt wird und das Wasser auf 40-50°C Haltetemperatur bleibt, können sich Keime trotz des wöchentlichen Aufheizens theoretisch in den Rohrleitungen ansiedeln – nicht unbedingt im Speicher selbst, sondern in den Stichleitungen davor.
Mein Rat: Lassen Sie das Desinfektionsprogramm ruhig weiterlaufen. Die Mehrkosten für drei Durchläufe mit dem Heizstab sind überschaubar – bei einem typischen 2kW-Heizstab über 40 Minuten reden wir von ca. 1,5 kWh pro Durchlauf, also keine große Summe. Und kurze Leitungen unter 3m sind tatsächlich ein Vorteil, das reduziert das Risiko erheblich.
Den "einmal vor Rückkehr manuell auslösen"-Ansatz halte ich für riskanter, weil Sie ja nie genau wissen, wann Sie zurückkommen und wie der Zeitversatz dann zur tatsächlichen Nutzung ist.