Hallo zusammen,
ich stehe vor der Entscheidung zwischen Luft- und Erdwärmepumpe und möchte hier mal ehrlich diskutieren, statt mich von den Prospekten blenden zu lassen.
Meine Situation: EFH, ca. 140 m², Baujahr 1995, Fußbodenheizung auf zwei Etagen, gutes Dach (neue Dämmung 2019), aber Außenwände noch original. Garten ist vorhanden (ca. 300 m²), aber relativ beengt durch alte Bäume.
Was mich besonders interessiert:
**JAZ unter Realbedingungen**: Die Hersteller werben mit 4,5+ für Luft-WP. Aber wie sieht das aus, wenn ich auch noch Warmwasser bereite? Ich lese hier im Forum ständig, dass die integrierten WW-Funktionen die JAZ massiv drücken. Bei Erdwärme soll das besser sein – stimmt das?
**Warmwasserbereitung**: Aktuell Gas-Durchlauferhitzer, 4-köpfige Familie mit zwei Dusch-Enthusiasten 😊 Wie sieht bei euch die echte Effizienz aus, wenn WP auch für WW zuständig ist?
**Monitoring**: Ich plane eine PV-Anlage (6 kWp) + Smart-Home-System. Welcher Typ lässt sich besser in intelligente Regelung integrieren?
Erdwärme kostet ca. 5k€ mehr, Bohrung ist möglich. Luft-WP günstiger, aber Nachbarn sind relativ nah.
Was würdet ihr machen – und vor allem: welche realen JAZ-Werte erreicht ihr mit Warmwasser?
Danke!
Kurz und knapp: Bei dir die Bohrung machen lassen, Warmwasser separat mit thermischer Solaranlage + kleiner WP-Booster. Punkt.
Klaus, genau das richtige Thema – ich bin gerade selbst in dieser Zwickmühle und teste gerade intensiv verschiedene Ansätze mit meiner PV-Anlage.
Zur ehrlichen Antwort: Die JAZ-Werte mit Warmwasserbereitung sind DEUTLICH niedriger als die Heiz-JAZ allein. Bei mir rechne ich eher mit 3,2–3,5 im Jahresmittel bei der Luft-WP, wenn die WW-Bereitung integriert ist. Das liegt daran, dass Warmwasser hohe Temperaturen braucht (60°C konstant) und der COP da einfach crasht.
Mein Tipp: Schau dir eine **Split-Lösung** an – separate Luft-WP für Heizen (niedrige VLT) und eine kleine, spezialisierte Wärmepumpe oder thermische Solaranlage nur für WW. Das kostet etwas mehr, aber die JAZ beim Heizen bleibt dann bei 4,0+, und die WW-Effizienz ist auch besser.
Bei Erdwärme: Ja, die JAZ ist insgesamt besser, aber auch dort drückt WW die Zahlen. Vorteil: stabilere Effizienz übers Jahr.
Mit Smart-Home + PV: Beides kann gut regeln, aber Luft-WP sind leichter zu modulieren für PV-Eigenverbrauch. Erdwärme läuft gleichmäßiger, was für die Gesamtoptimierung auch gut ist.
Welche Erdsondenabstände sind denn möglich bei dir?