Hallo zusammen,
bin gerade dabei, unsere alte Ölheizung gegen eine Wärmepumpe zu tauschen. Das Haus ist von 1985, 140 qm, mittlerweile ganz gut gedämmt.
Nun hab ich drei verschiedene Heizlastberechnungen bekommen und bin völlig verwirrt:
- Heizungsbauer A: 12 kW
- Heizungsbauer B: 10,5 kW
- Online-Rechner vom Hersteller: 8 kW
Das sind ja schon ordentliche Unterschiede. Der erste will mir eine 14 kW Pumpe verkaufen ("bisschen Reserve muss sein"), der zweite meint 12 kW reichen locker.
Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, welcher Wert stimmt. Klar, lieber etwas überdimensioniert als dass wir im Winter frieren, aber takten soll die Pumpe ja auch nicht ständig.
Wie groß sind solche Abweichungen denn normal? Und worauf sollte ich bei der Auswahl des Handwerkers achten? Will ja nicht übern Tisch gezogen werden, aber auch keine Pfuscharbeit.
Grüße
R.Hoffmann
Moin R.Hoffmann,
kenn ich nur zu gut. Bei meinem Projekt vor zwei Jahren waren die Unterschiede sogar noch krasser - zwischen 9 und 15 kW! Problem ist, dass viele Handwerker noch mit den alten Gasheizungs-Methoden rechnen und ordentlich Sicherheit draufschlagen.
Die Online-Rechner sind oft zu optimistisch, aber 8 kW für 140 qm bei Bj. 1985 mit Dämmung klingt schon realistisch. Ich würd mal nach ner detaillierten Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 fragen - wer die nicht macht oder nur grob überschlägt, ist raus.
Mein Tipp: Lass dir die Berechnung zeigen und erklären. Seriöse Handwerker machen das gern, die anderen werden nervös 😉
Guten Tag,
aus meiner Erfahrung sind Abweichungen von 20-30% zwischen verschiedenen Berechnungen durchaus normal, da unterschiedliche Annahmen getroffen werden (Luftwechselrate, Temperaturdifferenzen, Sicherheitszuschläge).
Wichtig ist eine normgerechte Berechnung nach DIN EN 12831. Lassen Sie sich die Eingabeparameter zeigen: Welche Innentemperaturen wurden angesetzt? Welche Außentemperatur? Wie wurde die Luftdichtheit bewertet?
Meine Empfehlung wäre, bei einem gut gedämmten Haus aus 1985 eher Richtung 9-10 kW zu tendieren. 14 kW sind mit hoher Wahrscheinlichkeit überdimensioniert und führen zu ineffizientem Taktbetrieb.
Bitte auch die Vorlauftemperaturen der vorhandenen Heizkörper prüfen lassen - das beeinflusst die Dimensionierung erheblich.
Solche Unterschiede sind leider Standard. Wie H.Weber schreibt - die Eingabeparameter sind entscheidend. Viele Installateure rechnen noch mit 20°C Raumtemperatur und -14°C außen, obwohl moderne Gebäude oft mit 18°C und -10°C auskommen.
Ich hab schon mal geschrieben, dass Überdimensionierung echt problematisch ist. Bei 140 qm und guter Dämmung würd ich maximal 10 kW nehmen.
Tipp: Lass dir mal die JAZ-Prognose für beide Größen rechnen. Da siehst du schnell, welche Pumpe effizienter läuft.