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Heizlast ohne Baupläne ermitteln – praktische Methoden für Altbau?

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StillHunter47
Beiträge: 28
Themenstarter
(@stillhunter47)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#143]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade mit einem Altbau-Projekt (Baujahr 1978, ca. 180m² Wohnfläche, zwei Etagen) und bin dabei auf ein klassisches Problem gestoßen: Der Bauherr hat schlicht keine verwertbaren Originalbaupläne mehr. Die vorhandenen Unterlagen sind teilweise unleserlich oder unvollständig.

Bei der DIN EN 12831 braucht man ja bekanntermaßen präzise Außenabmessungen, U-Werte der Bauteile und verlässliche Informationen zur Fensterqualität. Ohne Baupläne wird das zum Ratespiel.

Ich überlege gerade, ob ich hier mit einer Kombination aus:
- Vor-Ort-Aufmaß (Lasermaßstab, Thermografie)
- Schätzwerten für typische U-Werte des Baujahrs (Außenwand ca. 0,8 W/m²K?)
- Vereinfachten Annahmen nach DIN EN 12831-1 (Anlage E)

arbeiten sollte, um wenigstens eine aussagekräftige Näherung zu bekommen. Hat jemand Erfahrung damit, wie genau diese Methode bei ähnlichen Altbauten war? Oder kenne ich da Standards, auf die ich mich bei fehlenden Daten rechtssicher beziehen kann?

Zusätzlich interessiert mich: Wie kritisch sind solche Schätzungen später beim BAFA-Antrag?


2 Antworten
S.Weber85
Beiträge: 12
(@s-weber85)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Das ist ein sehr praktisches Problem. Ich selbst bin bei meinem Sanierungsprojekt ähnlich vorgegangen und habe mich streng nach DIN EN 12831-1 gehalten – auch bei fehlenden Unterlagen.

Mein Rat: Nutze Anlage E zur systematischen Schätzung. Für einen 78er-Bau ohne Dämmung kannst du mit folgenden Ansätzen arbeiten:
- Außenwand: 0,85–0,95 W/m²K (je nachdem, ob Klinker oder Putz)
- Fenster: Meist Einfach- oder frühe Doppelverglasung, ca. 2,7–3,0 W/m²K
- Dach/oberste Geschossdecke: Oft nur 5–10 cm Mineralwolle, etwa 0,6–0,8 W/m²K
- Bodemplatte: Vereinfacht auf 0,35 W/m²K ansetzen

Bei der BAFA war es kein Problem, diese Annahmen schriftlich zu dokumentieren. Das Wichtigste: Nachvollziehbar aufschreiben, welche Quellen du für deine Werte genutzt hast. Dann passt das für die Förderung.

Ich hab da gute Erfahrungen gemacht, wenn ich mir mehrere Angebote von verschiedenen Installateuren geholt habe. Bei uns in der Gegend waren die Preisunterschiede teilweise erheblich, obwohl die Technik ähnlich war. Lohnt sich definitiv, vorher zu vergleichen und auch mal nachzufragen, ob Förderungen berücksichtigt sind. Angebot vergleichen für Wärmepumpen


Antwort
Markus B.
Beiträge: 14
(@markus-breitner)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Thomas, da hast du einen wichtigen Punkt angesprochen. Ich habe mich für meinen Neubau ausgiebig mit den Normvorgaben auseinandergesetzt.

Bei Altbauten ist es tatsächlich so: DIN EN 12831 sieht für solche Fälle die Orientierung an typisierten Werten vor. Dein Ansatz mit Vor-Ort-Aufmaß plus Schätzung nach Baualter ist völlig legitim. Wichtig ist nur, dass du es im Nachgang dokumentierst und begründest.

Für 1978 findest du in der Literatur und bei den großen Heizungsbauverbänden Standardtabellen, die dir bei den U-Werten helfen. Das spart dir viel Recherche. BAFA verlangt hier nicht mehr, als nachvollziehbar zu sein.


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