Hallo zusammen,
ich plane gerade meine PV+WP-Kombination und möchte die Heizlast selbst überschlagen, bevor ich einen teuren Sachverständigen bezahle. Aber ehrlich gesagt bin ich verunsichert – überall lese ich unterschiedliche Empfehlungen und die Herstellervorgaben wirken mir viel zu optimistisch.
Mein EFH (120m², teilweise Bestand aus 90ern, teils erneuert) wird mit verschiedenen Online-Rechnern bewertet: eine sagt 7kW, eine andere 11kW. Das ist eine riesige Spanne! Ich frage mich: Was machen Anfänger typischerweise falsch bei der Selbstberechnung? Welche Faktoren werden systematisch unterschätzt oder überschätzt?
Mich interessiert besonders, wo die echten Kostenfallen liegen – nicht nur für die WP-Auslegung, sondern auch für die spätere JAZ und den Strombedarf meiner PV-Anlage. Hat hier jemand Erfahrung mit DIY-Heizlastberechnungen im Bestandsbau gemacht und kann berichten, wo es schiefging?
Suche ehrliche Antworten, keine Marketing-Phrasen.
Danke!
Bei Bestandsgebäuden aus den 90ern sehe ich immer wieder dasselbe Problem: Die U-Werte werden zu optimistisch angesetzt. Damals fehlten noch viele energetische Standards, und ohne konkrete Baupläne tastet man sehr im Dunkeln.
Mein Rat für deine Selbstberechnung: Nutze die DIN EN 12831 Methodik (auch wenn es aufwendiger ist), aber sei kritisch bei den Annahmen. Besonders bei teilweise erneuerten Bereichen – wo wurde was wann gemacht? Das solltest du dokumentieren.
Die 7 vs. 11kW Spanne kommt oft daher, dass eine Rechnung den Warmwasserbedarf (80l/Tag?) schlecht abbildet oder die Lüftungswärmeverluste unterschätzt. Beides kann schnell 2-3kW ausmachen. Ich würde eher mit 9-10kW rechnen und dann beim Fachmann präzisieren.
Kurz und direkt: Die meisten Anfänger ignorieren die Gleichzeitigkeit von Heizung + Warmwasser. Das führt zu Fehler von 20-30% nach oben.
Für dein PV-Setup wichtig: Mit einer überdimensionierten WP steigt die JAZ im Sommer künstlich, weil sie nicht richtig ausfährt – das täuscht bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung. Das solltest du berücksichtigen, wenn du auf hohe Eigenverbrauchsquoten spekulierst.