Hallo zusammen,
wir planen gerade ein Passivhaus (KfW40 Standard) und stehen vor der klassischen Dimensionierungsfrage. Der Energieberater hat eine Heizlast von knapp 4,5 kW ermittelt – sehr nachvollziehbar, die Gebäudehülle ist wirklich hervorragend isoliert. Jetzt sagen mir mehrere WP-Installer, wir sollten trotzdem 7–8 kW dimensionieren, weil:
1. Warmwasserbereitung (Spitzenlast)
2. Sicherheitsmarge für Kälteperioden
3. "Zukünftige Flexibilität"
Mich nervt das ehrlich gesagt. Ich beschäftige mich seit Jahren mit realistischen Effizienzwerten und sehe bei Passivhäusern oft, dass diese Überdimensionierung am Ende mehr Schaden als Nutzen bringt – ständiges Takten, unnötige Stromkosten, höhere Investition. Bei Fußbodenheizung mit niedrigen Vorlauftemperaturen sollte die WP doch auch mit knapperer Auslegung gut fahren.
Gibt es hier jemanden, der konkrete Erfahrungen mit Passivhaus + WP-Dimensionierung hat und sagen kann, wie groß der Puffer wirklich sein muss? Oder bin ich da zu kritisch?
Gute Frage. Ich habe mich damit auch intensiv auseinandergesetzt, als ich meine Sole-WP geplant habe. Bei einem Passivhaus würde ich die 4,5 kW Heizlast ernst nehmen – das ist nicht einfach eine Tabellengröße, sondern die tatsächliche Leistung, die das Haus braucht.
Bei der Warmwasserbereitung muss man aber differenzieren: Separate Speicherladung mit 3–4 kW ist völlig realistisch und ist zeitlich entkoppelt vom Heizen. Das sollte in der Heizlastberechnung nicht doppelt zählen. Für dein Passivhaus würde ich eher 5,5–6 kW vorschlagen – also 20–30% Puffer, aber nicht das Doppelte. Das habe ich auch in meinem früheren Thread zum Thema durchgerechnet.
Bin gerade wieder aktiv und hatte ähnliche Fragen bei meiner Kühlfunktion. Mal ehrlich: Bei Passivhäusern ist doch das ganze Konzept, dass du minimal brauchst. Hast du auch geklärt, ob die 4,5 kW schon WW-Spitzenlast einrechnet oder nicht? Das ist oft der Knackpunkt – manche Berechnungen zählen da 2–3 kW extra, andere nicht.