Hi zusammen,
ich steh vor einem Problem mit meiner WP-Steuerung. Hab seit April eine neue Luft-WP (Nibe F2120) am Laufen und dazu 9,6 kWp PV auf dem Dach. Jetzt im Juni wo die Sonne richtig ballert, frag ich mich ob ich die SG-Ready Modi richtig eingestellt hab.
Mein Energiemanager (SMA Sunny Home Manager) kann die vier SG-Ready Signale senden, aber ich bin unsicher welche Logik dahinter steckt:
- Modus 1 (0/0): EVU-Sperre - klar
- Modus 2 (1/0): Normalbetrieb - auch klar
- Modus 3 (0/1): Einschaltempfehlung bei Überschuss
- Modus 4 (1/1): Verstärkter Betrieb
Das Problem: Im Modus 3 springt die WP oft an wenn ich eigentlich noch keinen großen Überschuss hab (nur 1-2 kW). Im Modus 4 ballert sie dann richtig los, aber der Warmwasserspeicher ist schnell voll und dann? Heizt sie dann das Haus vor obwohl es 26°C draußen sind?
Wie habt ihr das gelöst? Nutzt ihr alle vier Modi oder reichen euch 2+3? Und ab wieviel kW PV-Überschuss schaltet ihr in Modus 3/4?
Danke schonmal!
Moin! Hab auch ne Nibe (F1145) mit SG-Ready und ähnliche Erfahrungen gemacht. Das Problem ist oft, dass die Standard-Einstellungen nicht passen.
Bei mir läuft's so: Modus 3 erst ab 4 kW Überschuss für min. 10 Minuten. Modus 4 nutze ich gar nicht mehr, war mir zu aggressiv. Stattdessen lass ich Modus 3 länger laufen.
Tipp: In der Nibe-App kannst du unter "Smart Grid" die Reaktionszeiten einstellen. Ich hab die Verzögerung auf 15 Min erhöht, seitdem springt die WP nicht mehr bei jeder Wolke an und ab.
Und ja, im Sommer heizt sie auch mal das Haus vor wenn der WW-Speicher voll ist. Ist aber nur minimal, maximal 1-2°C über Sollwert.
Ich sehe das Problem eher in der Kommunikation zwischen Energiemanager und WP. Viele SMA Geräte senden die Signale zu schnell, ohne die thermische Trägheit zu berücksichtigen.
Meine Empfehlung: Längere Verzögerungszeiten beim Umschalten (min. 20 Minuten) und eine Mindest-Überschussdauer bevor SG-Ready aktiviert wird. Außerdem sollten Sie prüfen, ob Ihre Nibe die erweiterten SG-Ready Funktionen unterstützt - da gibt es teilweise Firmware-Updates die mehr Flexibilität bieten.
Für die Sommermonate würde ich zusätzlich eine Außentemperatur-Begrenzung aktivieren, damit nicht unnötig geheizt wird.
Wir haben ähnliche Probleme gehabt. Nach vielem Probieren nutzen wir jetzt nur noch Modus 2 und 3. Modus 4 war uns zu aggressiv und hat manchmal mehr Strom verbraucht als die PV geliefert hat.
Unser Installateur hat dann die Einstellungen geändert: Modus 3 erst ab 4 kW Überschuss und mindestens 20 Minuten Verzögerung. Seitdem läuft es viel besser. Der Eigenverbrauch ist von 60% auf über 75% gestiegen.
Ach ja, und im Sommer haben wir die Heizgrenze auf 18°C Außentemperatur gesetzt. Dann wird nur noch Warmwasser gemacht, kein Heizen mehr.
Die SG-Ready Steuerung ist in der Theorie schön, aber in der Praxis oft suboptimal implementiert. Viele Installateure verstehen die Zusammenhänge nicht richtig.
Ich empfehle Ihnen, zunächst ein detailliertes Monitoring aufzusetzen. Messen Sie parallel: PV-Erzeugung, Hausverbrauch, WP-Verbrauch und die SG-Ready Signale. Nur so können Sie die optimalen Schwellwerte ermitteln.
Professionelle Energiemanagementsysteme arbeiten übrigens oft mit gleitenden Mittelwerten über 15-30 Minuten, nicht mit Momentanwerten. Das verhindert das ständige Ein-/Ausschalten bei wechselnden Wolken.
Falls Sie eine detaillierte Analyse benötigen, kann ich Ihnen einen spezialisierten Energieberater empfehlen.