Hallo zusammen,
ich plane diesen Sommer die Heizkörper in unserem Haus zu tauschen, weil wir im Herbst eine Wärmepumpe bekommen sollen. Jetzt stehe ich vor der Frage, ob ich bei der Gelegenheit auch die Rohrleitungen und Anschlüsse gleich mit anfassen sollte oder ob das Overkill ist.
Das Haus ist von 1987, die Kupferrohre sind also fast 40 Jahre alt. Optisch sehen sie ok aus, keine sichtbaren Korrosionsstellen. Aber der Installateur hat beim Vorabtermin eher beiläufig erwähnt, dass die Absperrventile an den Heizkörpern ziemlich veraltet sind und er die eh tauschen würde. Das leuchtet mir ein.
Meine eigentliche Frage: Macht es Sinn, bei dem Projekt auch gleich die Verbindungsstücke zwischen Rohr und Heizkörper auf modernere Systeme umzustellen – also z.B. auf Klemmring- oder Pressfittings statt der alten Lötverbindungen? Oder ist das handwerklich unnötiger Aufwand wenn die Lötstellen dicht sind?
Außerdem überlege ich, ob ich Heizkreisverteiler an bestimmten Stellen nachrüsten sollte um später beim hydraulischen Abgleich mehr Flexibilität zu haben. Ist das realistisch nachrüstbar ohne die halbe Wand aufzureißen?
Da ich eh im Sommer die Zeit habe und die Heizkörper sowieso weg sind, scheint mir das der richtige Moment. Aber ich will auch nicht unnötig Kosten produzieren.
Danke schon mal!
Die Frage kenn ich gut aus der Praxis, hab mich im Zusammenhang mit Mehrfamilienhäusern schon öfter damit beschäftigt – siehe z.B. MFH Heizlastberechnung - Zentral vs. dezentral unterschiedlich?, wo das Thema Verteilstruktur auch eine Rolle gespielt hat.
Zur eigentlichen Frage: Wenn die Lötverbindungen 40 Jahre gehalten haben und dicht sind, würde ich die nicht anfassen. Löten ist bei Kupfer nach wie vor eine sehr dauerhafte Verbindungsart, Pressfittings sind im Neubau oder bei Sanierung praktischer, aber kein Qualitätsvorteil wenn das alte System funktioniert.
Die Absperrventile dagegen würde ich definitiv tauschen. Alte Ventile, die jahrelang nicht bewegt wurden, sind oft fest oder undicht sobald man sie dreht – das macht der Installateur schon richtig.
Zum Heizkreisverteiler: Das ist nicht so einfach nachzurüsten wie es klingt. Je nach Hausstruktur bedeutet das tatsächlich Stemmarbeiten. Ich würde das nur machen wenn du konkrete hydraulische Probleme hast oder die Leitungsführung es wirklich hergibt ohne großen Aufwand. Sonst reicht oft ein sorgfältiger hydraulischer Abgleich mit voreinstellbaren Thermostatventilen – kostet deutlich weniger als ein nachträglicher Verteiler.