Benachrichtigungen
Alles löschen

Elektroanschluss WP: Welche Normen muss ich beachten?

5 Beiträge
5 Benutzer
0 Reactions
41 Ansichten
TobiasK87
Beiträge: 51
Themenstarter
(@tobiask87)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#91]

Hallo zusammen,

ich plane gerade den Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe (Split, ca. 10 kW) und stehe jetzt vor der Frage, was beim Elektroanschluss alles normtechnisch beachtet werden muss. Mein Elektriker hat zwar gesagt, er macht das "nach VDE", aber ich würde das gerne besser verstehen, bevor die Arbeiten starten.

Konkret geht es mir um folgendes: Welche VDE-Normen sind hier wirklich relevant? Ich hab schon was von VDE 0100 gehört, aber da gibt es ja diverse Teile. Braucht die WP zwingend einen eigenen Stromkreis mit eigener Absicherung? Was ist mit dem Thema Überspannungsschutz – ist das Pflicht oder nur Empfehlung? Und wie sieht's aus mit der Anmeldung beim Netzbetreiber, gibt's da normative Vorgaben oder ist das rein betriebsintern geregelt?

Ich frag das auch deshalb, weil ich hinterher beim Netzbetreiber eine Datenblattmeldung einreichen muss (zumindest hat mir das jemand gesagt) und ich keine Ahnung hab, ob mein Elektriker da automatisch dran denkt oder ich das selbst anstoßen muss.

Nutze jetzt die ruhigere Sommerzeit um die Planung sauber durchzuziehen, bevor im Herbst die Installation laufen soll. Wäre super wenn jemand aus eigener Erfahrung oder mit Fachkenntnissen helfen kann. Danke!


4 Antworten
Sarah9686
Beiträge: 12
(@sarah9686)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hi, das Thema kenne ich ein bisschen aus meiner eigenen Planung. Die zentrale Norm ist die VDE 0100-710 für Medizin... nein warte, falsch – für Wärmepumpen ist vor allem VDE 0100-551 relevant (Erzeugungsanlagen), zusammen mit dem allgemeinen Teil VDE 0100-410 für Schutzmaßnahmen. Dein Elektriker sollte das kennen.

Zur Anmeldung beim Netzbetreiber: Ja, das ist kein Selbstläufer. WPs über 4,6 kW (einphasig) oder generell bei Dreiphasengeräten muss der Netzbetreiber vorab informiert werden – das regelt die TAB (Technische Anschlussbedingungen) des jeweiligen Netzbetreibers. Die TAB ist kein VDE-Dokument, aber trotzdem bindend. Frag deinen Elektriker explizit ob er das einreicht, manche vergessen das tatsächlich.

Überspannungsschutz (SPD Typ 2) ist laut aktueller DIN VDE 0100-443 seit einer Weile bei Neuinstallationen eigentlich Standard – für eine WP mit Elektronik würde ich das nicht weglassen.

Ich hatte das Thema bei meiner eigenen Anlage auch durchgekaut, allerdings im Zusammenhang mit Verdichtersteuerung – da spielen ähnliche Überlegungen rein wie hier im Thread über Heizkurve und Modulation.


Antwort
Markus H.
Beiträge: 9
(@markus_h79)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ergänzend zu Sarah: Eigener Stromkreis für die WP ist quasi gesetzt, das verlangen die meisten Hersteller sogar in ihren Montageanleitungen explizit. Absicherung richtet sich nach dem Anlaufstrom des Verdichters, das steht im technischen Datenblatt der Einheit – da nicht einfach irgendwas nehmen.

Zur TAB-Anmeldung: Das ist Ländersache bzw. Netzbetreiber-Sache, aber die Grundlage ist bundesweit die VDE-AR-N 4100 (Hausanschlüsse) und für größere Anlagen die VDE-AR-N 4105. Letztere ist für Erzeugungsanlagen gedacht, aber viele Netzbetreiber wenden die Logik auch für WPs mit Smart-Grid-Schnittstelle an. Wenn deine WP eine SG-Ready-Schnittstelle hat, sollte das auf jeden Fall besprochen werden.

Beim Netzbetreiber einreichen muss formal der Elektroinstallateur – als Elektrofachkraft. Du als Laie kannst das nicht selbst machen, du kannst aber nachfragen ob er das schon erledigt hat. Ich würd das schriftlich festhalten, damit du eine Bestätigung hast. Hab da selbst mal schlechte Erfahrungen gemacht wo das einfach untergegangen ist.


Antwort
Klaus_1952
Beiträge: 46
(@klaus_1952)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich lese hier mit und finde die Diskussion gut, möchte aber noch einen Punkt hinzufügen der meiner Meinung nach zu wenig betont wird: Der Potentialausgleich. Nach VDE 0100-540 muss das Gehäuse der Außeneinheit ordnungsgemäß in den Schutzpotentialausgleich einbezogen werden. Klingt banal, wird aber bei Split-Geräten draußen manchmal schlampig gemacht, weil die Monteure es als selbstverständlich ansehen und dann doch vergessen.

Ich bin zwar kein Elektriker von Beruf, habe mich aber seinerzeit beim Hausbau intensiv mit der Materie befasst und bei meiner eigenen Anlage alles penibel nachgeprüft. Die Normen sind trocken zu lesen aber man findet sich rein wenn man Geduld mitbringt. VDE-Schriftenreihen gibt es auch käuflich, manche Bibliotheken haben sie auch.

Die Frage zur Heizlast hatten wir in einem anderen Zusammenhang schon mal beleuchtet – hier zum Beispiel – aber beim Elektroanschluss ist Sorgfalt mindestens genauso wichtig wie bei der Auslegung.


Antwort
TechHybrid_78
Beiträge: 10
(@techhybrid_78)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Die Punkte oben stimmen soweit. Ich mach das kurz: Lass dir vom Elektriker nach Abschluss der Arbeiten unbedingt den Prüfbericht nach DIN VDE 0100-600 aushändigen. Der dokumentiert die Erstprüfung der Anlage. Ohne den kannst du im Schadensfall Probleme mit der Versicherung kriegen – das wird oft vergessen aber ist nicht unwichtig. Für Hybridanlagen ist das nochmal komplizierter, aber bei einer reinen WP-Installation sollte das Standard sein.


Antwort
Teilen: