Hallo zusammen,
ich arbeite als Anlagenmechaniker und begleite derzeit mehrere Bestandsanlagen bei der Umstellung von Öl- auf Wärmepumpenbetrieb. Dabei stellt sich mir immer wieder die Frage, wie ich die tatsächlich erforderliche Absicherung korrekt dimensioniere – nicht nur theoretisch nach dem Datenblatt, sondern auch unter Berücksichtigung der realen Betriebsbedingungen vor Ort.
Ich nutze zur Heizlastberechnung verschiedene Software-Tools und messe auch gerne mit Stromzangen nach, um die Auswirkungen auf bestehende Leitungsquerschnitte abzuschätzen. Mich interessiert aber konkret: Welche Messgeräte und Methoden verwendet ihr in der Praxis, um zu überprüfen, ob die vom Elektriker geplante Absicherung wirklich passt oder ob es da Überkapazität gibt?
Auch die Frage nach B- vs. C-Charakteristik bei unterschiedlichen Anlaufströmen beschäftigt mich. Habt ihr da bewährte Methoden, wie man das vor der Inbetriebnahme überprüft? Bin dankbar für konkrete Erfahrungen.
Gute Frage! Bei meinen beiden Anlagen (Sole/Wasser seit 3 Jahren, jetzt Luft-Luft im Neubau) hab ich bemerkt, dass die geplante Absicherung oft großzügiger ausfällt als nötig. Der Elektriker orientiert sich halt am Datenblatt-Maximalwert, aber im echten Betrieb läuft die Pumpe ja nicht ständig auf Volllast. Ich würde dir empfehlen, vor Vertragsabschluss mit einer Stromzange mehrere Betriebspunkte zu messen – Anlauf, Teillast, Volllast. Das gibt dir ein realistisches Gefühl dafür. Bei meiner Sole-WP hab ich damals festgestellt, dass die Absicherung 16A hätte sein können, statt der geplanten 20A. Hat mich nicht viel gekostet, aber die Sensibilität dafür ist wichtig. Hast du die Heizlastberechnung schon gemacht?