Guten Tag zusammen,
ich bin dabei, mein Sanierungsprojekt zu planen und möchte eine Luft-Wärmepumpe (ca. 10 kW Heizleistung) zusammen mit einer PV-Anlage (8 kWp geplant) anschließen lassen. Im Herbst geht es los, aber jetzt im August beschäftige ich mich intensiv mit der Planung und den wirtschaftlichen Aspekten.
Meine Frage: Wenn ich beide Systeme über den Zählerkasten anschließe – muss ich die elektrische Infrastruktur auf die kombinierte Last dimensionieren oder auf den tatsächlich benötigten Gleichzeitigkeitsfaktor? Der Elektriker spricht von 63A Hauptsicherung, der Netzbetreiber von zusätzlichen Kosten für den Drehstrom-Anschluss.
Wie habt ihr das gelöst? Gibt es Normen oder Faustregel, die ich bei der Kalkulation beachten sollte? Ich möchte vermeiden, dass ich 2027 nachträglich teure Umbauten brauche, deshalb möchte ich das jetzt richtig dimensionieren.
Danke für eure Erfahrungen!
Hallo Wilhelm,
dasselbe Thema habe ich mir auch vor kurzem angeschaut – nach meiner Pause bin ich da wieder tiefer eingestiegen. Kurz gesagt: Die WP und die PV sollten getrennte Zuleitungen haben, wenn die PV einspeisen soll. Bei 10 kW WP brauchst du mindestens 16 mm² Kupfer, die PV benötigt nach VDE 4105 nochmal eigene Leitungen.
Die Dimensionierung der Hauptsicherung hängt davon ab, ob du die PV ins Netz einspeisen oder nur selbst verbrauchen lässt. Bei reiner Selbstversorgung (WP + PV) ist der Gleichzeitigkeitsfaktor niedrig – 63A sollte knapp reichen, aber 3×25A ist moderner und flexibler. Der Netzbetreiber verlangt meist einen separaten Zähler und eine Typ-A-FI, wenn Frequenzumrichter am Spiel sind.
Meine Empfehlung: Lass einen Elektriker mit VDE-Erfahrung eine schriftliche Dimensionierungberechnung machen – das kostet 200–300€, spart dir aber später böse Überraschungen. Die Amortisation rechnet sich trotzdem.