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Schallleistungspegel verstehen: Was bedeuten die dB-Angaben?

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Kritikus_78
Beiträge: 45
Themenstarter
(@kritikus_78)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#119]

Hallo zusammen,

ich plane gerade die Anschaffung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und beschäftige mich intensiv mit den technischen Datenblättern verschiedener Hersteller. Dabei stoße ich immer wieder auf Angaben wie "Schallleistungspegel: 58 dB(A)" oder "Schalldruckpegel: 43 dB(A) in 1m Abstand" – und ich blicke da ehrlich gesagt nicht wirklich durch.

Meine konkreten Fragen:

Erstens: Was ist der Unterschied zwischen Schallleistungspegel und Schalldruckpegel? Die Hersteller werfen das munter durcheinander oder führen mal das eine, mal das andere an. Kann man die Werte direkt vergleichen?

Zweitens: Ich lese, dass 10 dB subjektiv als doppelt so laut wahrgenommen werden – aber was bedeutet das konkret für eine WP? Ist eine Anlage mit 58 dB(A) Schallleistung wirklich störend für Nachbarn?

Drittens: Manche Datenblätter geben Werte "bei Nennbetrieb" an, andere "bei maximaler Last". Was ist in der Praxis relevant – gerade im Sommer, wenn die Teile ja auch zum Kühlen laufen könnten?

Ich bin kein Techniker und möchte die Zahlen nur halbwegs sinnvoll einordnen können, bevor ich mich festlege. Bin für jeden konkreten Hinweis dankbar, kein Marketing bitte!


6 Antworten
Marcus K.
Beiträge: 23
(@marcus92)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich ergänz das mal mit nem praktischen Vergleichswert: normale Unterhaltung in 1m Abstand liegt bei so 60-65 dB(A) Schalldruckpegel. Ein leises Schlafzimmer nachts hat vielleicht 30 dB(A). Eine WP mit 58 dB(A) Schallleistung erzeugt je nach Aufstellung und Abstand zum Nachbarn vielleicht 35-42 dB(A) an der Grundstücksgrenze – das klingt harmlos, aber nachts kann das bei offenem Fenster durchaus nerven wenn mans direkt hört.

Das entscheidende ist eigentlich nicht der absolute Wert sondern der Pegelunterschied zur Umgebung (sog. Störgeräuschabstand). Im ruhigen Wohngebiet nachts, wo die Hintergrundlautstärke vlt. bei 30 dB liegt, fällt eine WP viel mehr auf als im städtischen Umfeld mit Verkehrslärm. Das berücksichtigen die Datenblätter natürlich überhaupt nicht.


Antwort
TobiasK87
Beiträge: 51
(@tobiask87)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Gute Frage, das verwirrt wirklich viele. Kurz erklärt: Der Schallleistungspegel (L_W) beschreibt die akustische "Energie" die ein Gerät insgesamt abstrahlt – unabhängig vom Abstand. Das ist quasi eine Geräteeigenschaft. Der Schalldruckpegel (L_p) ist das was du tatsächlich an einem bestimmten Punkt hörst, also abstandsabhängig. Deshalb immer fragen: In welchem Abstand wurde gemessen?

Die Herstellerangaben sind leider tatsächlich oft uneinheitlich, das nervt. Grob kannst du rechnen: Pro Verdopplung des Abstands sinkt der Schalldruckpegel um ca. 6 dB im Freifeld. Also 43 dB(A) in 1m werden zu etwa 37 dB(A) in 2m – und so weiter.

Zum Sommer-Kühlbetrieb: Da kann die Anlage je nach Modell tatsächlich lauter laufen als im Heizbetrieb, weil der Verdichter höher taktet. Das solltest du dir wirklich im Datenblatt für den Kühlfall separat anschauen – nicht nur die Heizwerte. Hatte das Thema auch schon im Garten-Dimensionierungs-Thread am Rande, da geht's auch um Aufstellungsbedingungen.


Antwort
Ralf B.
Beiträge: 6
(@r-brinkmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich sehe das etwas kritischer als die Vorposter. Der entscheidende Punkt den hier keiner erwähnt hat: die Tonalität. Viele WP erzeugen ein charakteristisches Summen oder Brummen durch den Verdichter – und solche Geräusche mit reinem Ton-Anteil werden nach TA Lärm mit einem Zuschlag von 5 dB(A) bewertet. Das heißt, eine Anlage die auf dem Papier mit 40 dB(A) an der Grenze liegt, kann rechtlich als 45 dB(A) gelten wenn ein bestimmtes Frequenzband dominant ist.

Das steht in keinem Datenblatt und kein Hersteller weist explizit darauf hin. Deshalb: Datenblatt-Werte sind ein Anhaltspunkt, aber kein Freifahrtschein. Ich hatte beruflich mit solchen Messungen zu tun und die Praxis weicht oft von den Prospektwerten ab – teils nach oben, teils nach unten. Im Zweifelsfall lohnt sich ein Fachbüro für Schallschutz vor der Kaufentscheidung.


Antwort
T.Brinkmann75
Beiträge: 8
(@t-brinkmann75)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Kurz noch zum logarithmischen Maß weil du das angesprochen hast: 10 dB mehr sind subjektiv doppelt so laut, ja – aber 3 dB mehr bedeutet bereits die doppelte Schallleistung (Energie). D.h. zwei gleich laute Geräte nebeneinander klingen nur 3 dB lauter als eines allein. Das ist wichtig wenn du z.B. darüber nachdenkst ob eine größere Anlage mit mehr Leistung auch proportional lauter ist – oft ist der Unterschied kleiner als man denkt, manchmal aber auch nicht.


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