Hallo zusammen,
wir planen gerade eine Erdwärmesonde für unsere neue Wärmepumpe und hängen gerade beim Thema Genehmigungen fest. Unser Heizungsbauer hat uns gesagt, dass wir eine sogenannte wasserrechtliche Erlaubnis brauchen – aber er meinte, das sei "Aufgabe des Bauherrn". Gleichzeitig hat ein anderer Betrieb gesagt, die kümmern sich darum. Ich blick da ehrlich gesagt nicht ganz durch, wer hier eigentlich was machen muss.
Konkret meine Fragen:
- Muss ich den Antrag auf wasserrechtliche Erlaubnis wirklich selbst bei der unteren Wasserbehörde stellen, oder kann/soll das der Fachbetrieb für mich übernehmen?
- Was braucht die Behörde genau? Beim Googeln lese ich immer was von hydrogeologischem Gutachten, Bohrprofil usw. – gilt das überall oder nur in bestimmten Bundesländern?
- Wie lange dauert das Genehmigungsverfahren realistisch? Ich würde gerne noch diesen Sommer mit den Bohrarbeiten anfangen, aber ich schätze das ist schon knapp?
Wir sind in Baden-Württemberg, Randgebiet Mittlerer Neckar, falls das relevant ist.
Bin für jeden Hinweis dankbar, der mich da etwas weiter bringt. Bis jetzt hab ich das Gefühl, dass da jeder etwas anderes sagt...
Viele Grüße
Tobias
Kurze Antwort vorab: Formal ist der Bauherr Antragsteller, aber in der Praxis läuft das fast immer über den Bohrbetrieb. Die haben das Formular, kennen die lokale Behörde und wissen welche Unterlagen gebraucht werden. Ich würd das nie selbst machen wollen.
Zur Zeitschiene – ich bin ehrlich: Diesen Sommer wird das vermutlich nichts mehr. In BW kann das Verfahren je nach Landkreis 4-12 Wochen dauern, manchmal länger wenn die Behörde Rückfragen hat oder ein hydrogeologisches Gutachten angefordert wird. Im Bereich Mittlerer Neckar gibt's teils auch Wasserschutzzonen, da wird's nochmal aufwendiger.
Was du auf jeden Fall brauchst: Lageplan mit Bohrpunkt, Angaben zur geplanten Sondentiefe und -anzahl, ggf. Angaben zur Grundwassersituation. Das hydrogeologische Gutachten ist nicht immer Pflicht, hängt vom Standort ab.
Ich hab mich im Thread über Installateurauswahl auch schon dazu geäußert – die Auswahl des richtigen Bohrbetriebs ist hier wirklich entscheidend, weil die Erfahrung mit der Behörde Gold wert ist.
SmartPump hat das ganz gut zusammengefasst. Was ich noch ergänzen würde: In Baden-Württemberg läuft das über das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) – die führen auch eine Datenbank über bestehende Bohrungen. Der Bohrbetrieb muss da nach Abschluss sowieso ein Bohrgutachten einreichen, also ist es wirklich sinnvoll, das von Anfang an über die Fachfirma abzuwickeln.
Einen Bohrstart diesen Sommer würde ich nicht mehr einplanen. Die Behörden sind im Juni/Juli oft mit urlaubsbedingten Ausfällen beschäftigt, da zieht sich sowas gerne. Seriöse Betriebe sagen dir das auch so.