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Hybrid WP + Gas: ab wann lohnt der Mehraufwand wirklich?

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ThomasBreuer11
Beiträge: 7
Themenstarter
(@thomasbreuer11)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#71]

Hallo zusammen,

ich plane gerade meine Heizungssanierung und beschäftige mich intensiv mit dem Thema Hybridlösung – also Wärmepumpe kombiniert mit einem Gaskessel als Backup. Mein Haus ist Baujahr 1978, ca. 160m², Heizkörper im Bestand, Keller nicht gedämmt. Eine reine WP-Lösung wäre laut erstem Angebot vom Installateur möglich, aber der hat mir gleichzeitig eine Hybridlösung empfohlen mit dem Argument, dass ich damit "auf der sicheren Seite" bin wenn es wirklich kalt wird.

Das Angebot für die Hybridlösung liegt ca. 4.500 Euro über dem für die reine Luft-WP. Dazu kommt, dass ich dann weiterhin Gasanschluss und Grundgebühr zahle, was nochmal ca. 180-200 Euro pro Jahr kostet – selbst wenn ich kaum noch Gas verbrauche.

Meine Frage: Hat jemand das mal wirklich durchgerechnet? Bei welcher Ausgangslage rechnet sich der Aufpreis für die Hybridlösung? Oder ist das am Ende vor allem ein Argument für Installateure, die einfach mehr verkaufen wollen?

Ich bin da ehrlich gesagt skeptisch. Aktuell im Sommer denkt man natürlich weniger ans Heizen, aber ich möchte das bis zum Herbst entschieden haben. Falls jemand eigene Erfahrungen hat oder konkrete Zahlen kennt – her damit!

Danke, Thomas


5 Antworten
UweGabriel
Beiträge: 28
(@uwegabriel)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Hallo Thomas,

das Thema kenne ich aus eigener Erfahrung. Ich hab mich letztes Jahr intensiv damit beschäftigt, weil mein Altbau von 1932 ähnliche Ausgangsbedingungen hatte – Heizkörper, schlechte Dämmung, hohe Heizlast (hab dazu auch hier gepostet: Altbau 1932 - 180m² - machen Heizkörper eine Wärmepumpe unmöglich?).

Bei mir war die Entscheidung am Ende relativ klar: Die Hybridlösung lohnt sich dann, wenn deine WP bei tiefen Außentemperaturen (unter -5°C) deutlich an Effizienz verliert UND dein Gebäude dann noch eine hohe Heizlast hat. In dem Fall arbeitet der Gaskessel als Spitzenlastdeckung effizienter als ein elektrischer Heizstab.

Der Haken bei deinem Szenario ist aber genau das, was du selbst ansprichst: Die Gasgrundgebühr frisst dir Jahr für Jahr Ersparnis weg. 180-200 Euro klingt wenig, aber über 15 Jahre sind das locker 2.700-3.000 Euro zusätzlich – da wird der Amortisationsvorsprung der Hybridlösung schnell aufgezehrt.

Meine Empfehlung: Lass dir erst eine vernünftige Heizlastberechnung machen, bevor du entscheidest. Wenn deine Heizlast bei Normauslegungstemperatur unter 10 kW liegt, würde ich die reine WP ernsthaft in Betracht ziehen.


Antwort
WPSkeptiker47
Beiträge: 42
(@wpskeptiker47)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich bin generell skeptisch was Hybridlösungen angeht, weil die Komplexität oft unterschätzt wird. Aber mal ehrlich: Dein Installateur ist nicht zwingend unehrlich, wenn er Hybrid empfiehlt. Bei Altbau mit Heizkörpern ist das tatsächlich eine legitime Option – man muss nur die Zahlen sauber durchrechnen und nicht einfach dem Bauchgefühl vertrauen.

Das Problem ist: Viele Installateure rechnen dir das gar nicht vor, die machen ein Angebot und reden über Sicherheit und Komfort. Frag ihn explizit nach einer schriftlichen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung über 15 Jahre mit konkreten Annahmen zu Strompreisen, Gaspreisen und deiner Jahresarbeitszahl. Wenn er das nicht liefern kann oder will, sagt das schon was.

Und ja – die Grundgebühr ist wirklich ein oft unterbewerteter Kostenfaktor. Da gebe ich Werner Recht. 200 Euro pro Jahr klingt harmlos, aber in der Amortisationsrechnung ist das relevant.


Antwort
ThomasK42
Beiträge: 11
(@thomask42)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Kurz von mir: Es kommt stark auf die Heizlastberechnung an. Ohne die ist jede Diskussion über Hybrid oder Mono-WP Kaffeesatzleserei. Hab das im Thread zur Heizlastsoftware hier schon geschrieben – wer ohne belastbare Zahlen plant, ärgert sich später.


Antwort
Torsten82
Beiträge: 11
(@torsten82)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich würd noch einen praktischen Aspekt ergänzen, den viele vergessen: Die Hybridlösung bedeutet auch technisch mehr Aufwand. Du hast zwei Systeme, zwei Wartungsverträge (oder zumindest zwei Geräte die gewartet werden müssen), zwei mögliche Fehlerquellen. Das ist nicht nur eine Kostenfrage sondern auch eine Frage wie viel Aufwand du bereit bist zu treiben.

Bei meiner Installation hab ich das auch überlegt und mich letztlich dagegen entschieden – einfach weil mir ein System lieber ist als zwei. Der Installateur war davon nicht begeistert, aber ich steh dazu.

Zu deiner konkreten Frage wann sich der Mehraufwand rechnet: Ich würde sagen frühestens bei Gebäuden mit wirklich hoher Heizlast (über 12-15 kW) UND gleichzeitig baulichen Einschränkungen bei der WP-Dimensionierung. Beides zusammen ist seltener als Installateure einem glauben machen wollen. Bei 160m² Baujahr 78 ist das eher Grenzfall.


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