Ich beschäftige mich nun seit gut zehn Jahren mit meiner Sole-Wasser-Wärmepumpe im Altbau (Baujahr 1958, nachträglich gedämmt, aber kein Passivhaus-Niveau). Was mich immer wieder beschäftigt: Die Herstellerangaben zur Wartung empfehlen durchgehend einen Jahres- oder Zweijahresrhythmus, verbunden mit einem Servicevertrag, der pro Einsatz schnell 400–600 Euro kostet.
Ich halte das für übertrieben und habe meine eigene Strategie entwickelt: Solekreislauf-Druck kontrolliere ich selbst halbjährlich, Solemenge prüfe ich visuell am Ausdehnungsgefäß, Filtereinsätze tausche ich nach Bedarf und nicht nach Kalender. Den Kältekreis lasse ich alle vier Jahre von einem Fachbetrieb prüfen – aber eben nicht jährlich.
Bisher läuft die Anlage seit acht Jahren ohne nennenswerte Ausfälle. Trotzdem hinterfrage ich das immer wieder, weil man natürlich nie weiß, ob man Glück hatte oder ob meine Herangehensweise wirklich sinnvoll ist.
Meine Fragen in die Runde: Wer betreibt ebenfalls eine Erdwärmeanlage im Altbau und hat Erfahrungen mit reduzierten Wartungsintervallen? Gibt es konkrete Fälle, wo das schief gegangen ist – oder wo sich gezeigt hat, dass die Herstellerangaben schlicht zu konservativ sind? Mich interessieren besonders Langzeiterfahrungen, keine theoretischen Empfehlungen aus dem Handbuch.
Spannende Diskussion, die mich als Planerin direkt anspricht! Ich frage mich aber: gilt das wirklich 1:1 für alle Altbauten, oder hängt das stark von der jeweiligen Anlage und dem Gebäudezustand ab? Bei mir im geplanten Neubau mit Fußbodenheizung sind die Voraussetzungen ja komplett anders als bei einem sanierten 60er-Jahre-Haus mit alten Heizkörpern. Ich nehm das auf jeden Fall als Hinweis mit, beim Kauf erstmal genau zu schauen, was der Hersteller wirklich fordert und was nur empfohlen wird – das ist scheinbar ein großer Unterschied.
Ich plane gerade meinen Neubau und bin naturgemäß noch kein Langzeitbetreiber, aber ich beschäftige mich intensiv mit Systemvergleichen. Was ich bei meinen Recherchen zu Sole-Wasser-Systemen immer wieder lese: Die empfohlenen Wartungsintervalle sind in vielen Fällen tatsächlich eher herstellerseitig abgesichert (Gewährleistung, Haftung) als technisch zwingend notwendig.
Ich hatte das im Sommer-Betrieb-Thread schon mal angesprochen: Bei vielen Komponenten geht es weniger um kalenderbasierte Intervalle als um betriebsstundenbasierte Beurteilung. Das gilt besonders für Sole-Pumpen, die im Sommer kaum laufen.
Ein Punkt, den ich aber trotzdem nicht ignorieren würde: Kältemittel-Leckage ist etwas, das man ohne professionelles Equipment schlicht nicht zuverlässig selbst prüfen kann. Da würde ich den Herstellerempfehlungen zumindest nicht zu weit vom Acker gehen.
Ich komme da aus einer etwas anderen Perspektive: Ich schaue bei allem primär auf die Jahresarbeitszahl, und die ist für mich der ehrlichste Indikator überhaupt. Wenn die JAZ über mehrere Heizperioden stabil bleibt, läuft die Anlage offensichtlich wie sie soll – unabhängig davon, ob ein Techniker draufgeschaut hat oder nicht.
Was ich bei starren Wartungsverträgen kritisch sehe: Die prüfen oft nach Schema F, ohne wirklich zu verstehen, wie die Anlage im Alltag läuft. Ein guter Fachmann, der alle vier Jahre kommt und dafür weiß was er tut, ist meiner Meinung nach sinnvoller als ein jährlicher Standardcheck.
Allerdings würde ich bei einem Altbau die Hydraulik im Heizkreis nicht völlig aus dem Blick verlieren. Da kann sich über Jahre Schmutz in Ventilen absetzen, was sich erst spät bemerkbar macht.
Sehr ähnliche Situation hier – Altbau aus den 60ern, Sole-WP seit über acht Jahren in Betrieb. Ich mache das im Grunde genauso wie du, Frank. Solekreisdruck einmal im Quartal notiert (ich hab mir da eine einfache Tabelle angelegt), Kältekreis alle drei bis vier Jahre vom Fachmann. Was ich zusätzlich noch mache: Den COP über die Heizperiode beobachten. Wenn der ohne erkennbaren Grund absackt, ist das für mich das erste Signal, dass irgendetwas nicht stimmt – lange bevor ein Techniker etwas sieht.
In acht Jahren hatte ich einmal einen schwachen Druckabfall im Solekreis, der sich als minimale Undichtigkeit an einer Verschraubung herausstellte. Das hab ich selbst gefunden und beheben lassen. Wäre das bei einem starren Zweijahresintervall aufgefallen? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Mein Fazit: Wer seine Anlage regelmäßig selbst im Blick hat, braucht nicht sklavisch den Herstellerrhythmus zu folgen. Ich sehe meinen Ansatz detailliert beschrieben übrigens auch in meinem alten Thread hier: Sole-WP Eigenbau im Altbau: meine vollständige Kostenaufstellung