Hallo zusammen,
ich wende mich mal gezielt an alle, die ihre Luft-Wasser-Wärmepumpe in unmittelbarer Nähe zur Terrasse oder zum Sitzbereich aufgestellt haben. Bei mir läuft die Anlage jetzt seit knapp zwei Jahren, und ich habe die meiste Zeit über den Winterbetrieb nachgedacht – aber jetzt im Sommer, wo wir draußen sitzen wollen, fällt mir erst richtig auf wie präsent das Betriebsgeräusch eigentlich ist.
Im Heizbetrieb war mir das ehrlich gesagt egal, da sitzt man ja nicht draußen. Aber jetzt beim Warmwasserbereitung-Modus läuft das Ding tagsüber immer wieder an und die Lüfterdrehzahl ist gar nicht mal so niedrig. Der Schallpegel liegt laut Datenblatt bei 48 dB(A) auf einem Meter – das klingt nach wenig, aber auf der Terrasse, vier Meter entfernt, ist es beim Gespräch schon störend.
Ich habe bereits eine Schallschutzwand aus Lärmschutzplatten überlegt und auch mit einem Akustiker gesprochen. Der meinte, eine einseitige Abschirmung bringt maximal 5-6 dB und man muss aufpassen, dass man die Zuluft nicht zu sehr einschränkt.
Meine Fragen konkret:
– Hat jemand nachträglich eine Einhausung oder Abschirmung gebaut und wie viel hat das wirklich gebracht?
– Gibt es Erfahrungen mit dem Verschieben der Warmwasserbereitung auf Nacht- oder frühe Morgenstunden, damit man tagsüber Ruhe hat?
– Kennt jemand Hersteller-Zubehör (Schallschutzmatten, Schwingungsdämpfer), das messbar was gebracht hat?
Freue mich über Erfahrungen aus der Praxis!
Grüße, Werner
Also ich kann dazu was sagen. Meine Anlage läuft seit 2022 und ich tracke auch die Warmwasserzyklen mit – im Sommer läuft die WP bei mir für WW meistens zwischen 10 und 13 Uhr, weil dann oft PV-Überschuss da ist. Auf der Terrasse höre ich das, keine Frage.
Zu deiner Frage mit Nachtbetrieb: Ich hab das mal testweise auf 5:30 Uhr morgens gelegt. Hat geklappt, aber mein Nachbar hat nach zwei Wochen geklingelt. Seitdem mach ich 8 Uhr morgens als frühsten Startpunkt.
Schwingungsdämpfer unter dem Gerät haben bei mir messbar was gebracht – aber nur beim Körperschall, der sich über den Betonunterbau überträgt. Den Luftschall, also das Lüftergeräusch selbst, hat das gar nicht beeinflusst. Da wäre eine L-förmige Absorberwand wahrscheinlich sinnvoller als eine gerade Platte. Wichtig ist wie dein Akustiker sagte: Zuluft nicht drosseln, sonst leidet die JAZ und die Anlage läuft länger durch – das macht den Lärm insgesamt schlimmer.
Interessantes Thema, ich plane gerade noch und überlege auch wo ich die Außeneinheit hinstelle – hab mich deswegen schon durch den Thread Wärmepumpe aufs Flachdach - Statik prüfen lassen und Genehmigung nötig? gelesen. Dort wurde auch kurz Lärm angesprochen, aber eher am Rande.
Zur Frage mit der Warmwasserbereitung auf die Nacht legen: Ich würde das eher nicht empfehlen, zumindest nicht auf 2-4 Uhr, weil da die Nachbarschaft noch stärker reagiert als tagsüber. Früh um 6 Uhr wäre vielleicht ein Kompromiss? Aber ich bin da noch Anfänger und hab keine eigenen Messwerte.
Was ich bei meiner Planung gelernt habe: Der Mindestabstand zur Grundstücksgrenze ist entscheidend, und viele setzen die WP einfach dahin wo Platz ist – und ärgern sich dann wie du. Ich versuche das von Anfang an zu vermeiden und plane extra Abstand zur Terrasse ein.