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Gas-Hybrid bei -15°C: Gaskessel springt dauernd an - noch wirtschaftlich?

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L.Fischer
Beiträge: 34
Themenstarter
(@l-fischer)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#46]

Hi zusammen,

ich überlege gerade in der Sommerpause, ob ich nächsten Winter nochmal mit meiner Hybrid-Kombi durchstehe oder doch umrüsten soll. Letzten Winter bei den richtig kalten Tagen um -15°C ist mir aufgefallen, dass der Gaskessel praktisch permanent gelaufen ist. Die WP war quasi nur noch Beiwerk.

Konkret: Bei Temperaturen unter -10°C springt das Gasing alle 20-30 Minuten an, obwohl die Anlage eigentlich "intelligent" regeln sollte. Gefühlt hab ich mehr Gas verbraucht als früher mit der reinen Gasheizung, weil die WP ja trotzdem läuft und Strom zieht.

Meine Frage: Rechnet sich so eine Hybrid-Geschichte überhaupt noch, wenn der Gaskessel bei Kälte zum Hauptakteur wird? Oder liegt das Problem eher an der Einstellung? Die Anlage ist von 2023, also noch relativ neu.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Besonders interessiert mich, ob sich eine reine Luft-WP bei den Strompreisen trotzdem besser rechnet, auch wenn sie bei Minusgraden weniger effizient ist.


3 Antworten
UweGabriel
Beiträge: 13
(@uwegabriel)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Servus, also ich seh das bisschen anders als die Vorredner. Hybrid kann schon wirtschaftlich sein, wenn man ehrlich rechnet. Bei den aktuellen Gaspreisen um 7-8 ct/kWh und Strom bei 30+ ct ist der Break-Even-COP bei ca. 4. Den schafft keine Luft-WP bei -15°C.

Aber dein Problem klingt wirklich nach falscher Einstellung. Normal sollte die WP bis zum Auslegungspunkt durchlaufen und Gas nur für Spitzenlast oder Warmwasser zugeschaltet werden. Alle 20-30 Min umschalten ist kontraproduktiv wegen der Anfahrverluste.

Tipp: Schau mal ins Installationsmenü und check die "Heizgrenze" oder den "Bivalenzpunkt". Der sollte niedriger stehen. Alternativ einen Fachbetrieb drüberschauen lassen - oft sind die Werkseinstellungen viel zu vorsichtig.


Antwort
Stefan_75
Beiträge: 20
(@stefan_75)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Moin L.Fischer,

kenne das Problem gut aus meinen eigenen Messungen. Bei -15°C macht eine Luft-WP je nach Modell nur noch COP 1,5-2,0, während der Gaskessel bei 1,05 steht. Rein rechnerisch ist dann tatsächlich oft das Gas günstiger.

Das eigentliche Problem liegt aber meist in der Regelung. Viele Hybrid-Systeme sind zu konservativ eingestellt und switchen zu früh auf Gas. Schau mal in die Steuerungsparameter - oft ist der "Bivalenzpunkt" viel zu hoch eingestellt, so bei -7°C statt -12°C.

Ich hatte hier schon mal über PV-Integration geschrieben - wenn du Solarstrom hast, kann das die Rechnung nochmal komplett ändern. Aber grundsätzlich: lass die Einstellungen checken, bevor du komplett umrüstest.


Antwort
TechnikPeter_74
Beiträge: 15
(@technikpeter_74)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Hybrid macht nur Sinn wenn die Umschaltlogik stimmt. Hatte schonmal erklärt, dass moderne Luft-WP auch bei -15°C noch COP über 2 schaffen.

Dein System läuft verkehrt - bei -15°C sollte primär die WP laufen und Gas nur als Spitzenlast. Wenn permanent umgeschaltet wird, ist die Hydraulik oder Regelung falsch dimensioniert. Wahrscheinlich ist der Pufferspeicher zu klein oder die WP-Leistung zu gering ausgelegt.

Ehrlich gesagt würd ich bei Neubau gleich monovalent fahren. Bei Bestandsgebäuden mit hoher Heizlast kann Hybrid Sinn machen, aber dann muss das System richtig geplant sein. Lass dir mal die Auslegungsdaten zeigen.


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