Hallo zusammen,
ich bin gerade am Recherchieren, ob eine Hybrid-Wärmepumpe für mein Haus überhaupt Sinn macht. Mein Altbau stammt aus den 60er Jahren, hat überall große gusseiserne Radiatoren und natürlich keine Fußbodenheizung. Die Heizlastberechnung nach DIN ergibt für die kälteste Periode etwa 24 kW.
Meine Frage: Kann ich eine Luft-Wasser-Hybrid-WP mit diesen alten Heizkörpern überhaupt effizient betreiben? Ich habe gelesen, dass reine Wärmepumpen oft Vorlauftemperaturen von 55–60 °C brauchen, um die Räume warm zu bekommen – und das macht die JAZ ja richtig schlecht. Bei einer Hybrid-Lösung könnte doch die Gasheizung bei Bedarf einspringen und die Temperaturen hochfahren, oder?
Wie berechne ich den optimalen Bivalenzpunkt? Und lohnt sich das wirtschaftlich überhaupt, wenn ich ohnehin eine hohe Vorlauftemperatur fahren muss? Freue mich auf eure Erfahrungen!
Thomas, interessant dass du das aufgreifst. Zum hydraulischen Abgleich und der richtigen Dimensionierung hätte ich noch ne Frage: Machst du den Abgleich selbst oder lässt du das von nem Fachmann machen? Ich hatte da ja schon mal gefragt, aber für ne Hybrid-WP ist das ja noch kritischer. Die Vorlauftemperatur-Geschichte verstehe ich – aber wie stellst du sicher, dass die Wärmepumpe im Teillastbereich nicht ständig schaltet?
Hi Thomas92, gute Frage! Bei deiner Heizlast und den alten Radiatoren ist Hybrid tatsächlich eine sinnvolle Option. Der Knackpunkt ist die Auslegung:
Für die Wärmepumpen-Seite würde ich zunächst berechnen, bei welcher Außentemperatur die WP wirtschaftlich noch läuft – das ist dein Bivalenzpunkt. Bei 60er-Bauten mit Radiatoren liegt der oft zwischen -5 und +2 °C. Darunter übernimmt die Gas-Heizung.
Wichtig: Lass eine präzise Heizlastberechnung nach EN 12831 machen, nicht nur Faustregel! Dann kannst du die erforderliche Vorlauftemperatur realistisch dimensionieren. Wenn deine Räume mit 50 °C Vorlauf warm werden (statt 65 °C), verbessert sich die JAZ der WP erheblich.
Meine Erfahrung: Im Sommer und Übergangszeit läuft die WP super effizient, im tiefsten Winter dann Hybrid – da spar ich trotzdem etwa 30 % Energie gegenüber reiner Gas-Heizung. Lohnt sich!