Hallo zusammen,
nach einigen Wochen Beobachtung muss ich jetzt mal fragen, weil mir das keine Ruhe lässt. Unsere Sole/Wasser-WP läuft seit 2021, zwei Erdsonden à 80m. Seit etwa 6-8 Wochen fällt mir auf, dass der Druck in der Wärmequellenanlage kontinuierlich absinkt – nicht dramatisch schnell, aber konstant. Beim Einbau war der Vordruck auf ca. 2,0 bar eingestellt, jetzt zeigt das Manometer nur noch 1,4 bar.
Die Anlage läuft soweit normal durch, keine Fehlermeldung, auch im Sommerbetrieb (nutzen aktive Kühlung gelegentlich) läuft alles ohne Ausfall. Trotzdem macht mir das Sorgen, weil ich nicht weiß wohin der Druck verschwindet.
Fragen die ich mir stelle:
- Kann das einfach Wärmeausdehnung sein wegen der aktuellen Hitze draußen? Im Technikraum sind grad fast 28°C...
- Oder deutet das auf eine echte Leckage hin? Falls ja, wo sind typische Schwachstellen bei Erdsonden-Anlagen?
- Ab welchem Druck wird's wirklich kritisch, d.h. wann muss ich den Fachmann rufen?
- Gibt es eine Möglichkeit, sowas selbst einzugrenzen, ohne gleich alles auseinander zu nehmen?
Ich bin technisch nicht unbedarft, habe aber mit dem Innenleben der Soleseite ehrlich gesagt wenig Erfahrung. Bin für jeden Hinweis dankbar!
Wie ThermoDirk schreibt, erstmal MAG checken – das ist in 80% der Fälle der Übeltäter bei sowas. Simpler Test: Ventilkappe am MAG-Schrader-Ventil aufdrehen und kurz antupfen. Zischt Sole raus, ist die Membrane hin. Zischt Luft raus, is der Gasvordruck zu niedrig nachfüllen lassen.
Wenn das MAG ok ist würde ich alle sichbaren Verschraubungen im Technikraum trockenwischen und nach ein paar Stunden mit einem weißen Tuch drüberwischen – Soleflüssigkeit hinterlässt oft klebrige Rückstände die man erstmal übersieht.
Bei aktiver Kühlung im Sommer kommen übrigens höhere Drücke und Temperaturschwankungen vor als im Heizbetrieb, das kann Verbindungen über die Zeit etwas mehr belasten. Könnte ein Timing-Zufall sein dass es jetzt auffällt.
0,6 bar Druckverlust über 6-8 Wochen ist nicht nichts – das würde ich nicht auf die Hitze schieben. Wärmedehnung erklärt allenfalls kurzfristige Schwankungen, aber keinen kontinuierlichen Abfall.
Typische Schwachstellen bei Solekreisen: Verschraubungen am Verteiler, der Membranausdehnungsgefäß-Anschluss (die Membrane kann porös werden) und – seltener, aber möglich – undichte Sondenkopfverschlüsse im Schacht. Das MAG würde ich als erstes prüfen: Wenn der Vordruck des MAG zu niedrig ist oder die Membrane defekt ist, verliert der Soleskreis schleichend Druck, ohne dass du irgendwo nasse Flecken siehst.
Zum Thema Frostschutzmittel und Solechemie hab ich mich ja schon öfter geäußert, u.a. hier: Frostschutz Sole: Ethanol, Ethylenglykol oder Propylenglykol? – relevant weil manche Frostschutzmittel Dichtungen schneller angreifen.
Ab ca. 0,8-1,0 bar (je nach Anlage) kann Luft in den Kreislauf gezogen werden, dann wird's kritisch. Ich würde bei unter 1,2 bar einen Fachmann hinzuziehen und vorher nicht einfach Druck nachfüllen ohne die Ursache zu kennen.