Hallo zusammen,
bin ziemlich ratlos und hoffe auf eure Hilfe. Meine Erdwärmepumpe (Viessmann Vitocal 300-G, 10kW) läuft seit März 2023 und hat am Anfang traumhaft funktioniert. Der COP lag konstant bei 4,1 und ich war super zufrieden.
Seit diesem Frühjahr merke ich aber, dass die Effizienz deutlich nachgelassen hat. Laut meinem Energiemonitor pendelt der COP jetzt nur noch zwischen 3,0 und 3,4. Das ist schon ein ordentlicher Unterschied bei den Stromkosten.
Die Soletemperaturen sind auch niedriger als früher - früher hatte ich im Winter konstant um die 8°C, jetzt sind es nur noch 5-6°C. Die Erdsonde ist 120m tief und war vom Fachbetrieb berechnet worden.
Hab schon mal den Filter gewechselt und die Umwälzpumpe überprüft, aber das hat nichts gebracht. Jetzt im Sommer wollte ich das Problem angehen, bevor die nächste Heizperiode startet.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Kann sich eine Erdsonde wirklich so schnell verschlechtern? Oder liegt es vielleicht an der Pumpe selbst?
Danke für eure Tipps!
Ich sehe das etwas kritischer als die anderen hier. Ein COP-Verlust von fast 1,0 Punkt in nur 3 Jahren ist definitiv nicht normal und deutet auf einen ernsten Defekt hin.
Mögliche Ursachen:
1. Leckage im Sole-Kreislauf mit Wasserverdünnung
2. Verschmutzung des Wärmetauschers durch Korrosion oder Biofilm
3. Defekte Sensoren führen zu falschen Regelparametern
4. Nachlassende Verdichterleistung
Die sinkenden Sole-Temperaturen sind ein klares Alarmsignal. Ich würde dringend eine professionelle Inspektion empfehlen, inkl. Dichtheitsprüfung und Wärmetauscher-Reinigung. Das ist kein "normaler Verschleiß" wie manche behaupten.
Bei ordnungsgemäßer Installation und Wartung sollte eine Erdsonde problemlos 20+ Jahre halten ohne nennenswerten Effizienzverlust.
120m für 10kW ist eigentlich ok dimensioniert, sollte reichen. Aber hast du mal geschaut ob die Umwälzpumpe richtig läuft?
Bei mir wars auch mal so ähnlich und am Ende war die Solepumpe defekt - lief zwar noch aber mit deutlich weniger Durchfluss. Das merkst du nicht sofort aber der COP geht dann langsam runter.
Würde mal den Heizungsbauer kommen lassen und Drücke + Durchfluss messen lassen. Kostet nicht die Welt und bringt Klarheit.
Das klingt tatsächlich nach einem typischen Problem mit der Wärmeleitfähigkeit des Erdreichs. Nach 3 Jahren kann sich das Erdreich um die Sonde herum durchaus "erschöpfen", besonders wenn die Dimensionierung knapp kalkuliert war.
Erstmal würde ich eine Temperaturlogger-Messung über mehrere Tage machen lassen. Damit sieht man, ob die Sole-Temperaturen kontinuierlich fallen oder sich nach längeren Stillstandszeiten wieder erholen.
Bei mir im 70er Jahre Haus hatte ich ähnliche Probleme - da half letztendlich nur eine zweite, kürzere Sonde. Aber vorher solltest du unbedingt den Soledruck und die Durchflussmenge prüfen lassen. Manchmal sammelt sich auch Luft im System oder es gibt Ablagerungen in den Leitungen.
Der Rückgang von 4,1 auf 3,2 ist schon heftig. Normalerweise rechnet man mit einem langsamen Abfall über 10-15 Jahre, aber nicht so schnell.