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Brauchwasser-WP vs. integrierte WW-Bereitung: Welche JAZ erreicht ihr?

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ThermoDirk_1988
Beiträge: 10
Themenstarter
(@thermodirk_1988)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#125]

Moin zusammen,

ich beschäftige mich seit einigen Monaten intensiv mit der Frage, welche Gesamtlösung für die Warmwasserbereitung wirklich die effizienteste ist – und komme ehrlich gesagt nicht zu einem eindeutigen Ergebnis.

Konkret geht es mir um den Vergleich zwischen:
1. Separater Brauchwasserwärmepumpe (z.B. Stiebel Eltron WWK oder ähnliche)
2. Integrierter WW-Bereitung über die Heizungs-WP mit Pufferspeicher
3. Frischwasserstation am Pufferspeicher

Im Sommer ist die Situation ja eigentlich ideal: hohe Außentemperaturen, oft PV-Überschuss, die Brauchwasser-WP zieht sich die Wärme aus der Kellerluft. Aber genau da frage ich mich: Welche JAZ erreicht ihr in der Praxis wirklich für den WW-Anteil? Herstellerangaben von COP 3,5+ klingen gut, aber ich möchte echte Messwerte sehen.

Bei der integrierten Lösung über die Heizungs-WP habe ich das Gefühl, dass die häufigen Starts für WW-Aufheizung die Effizienz drücken – besonders wenn die WP dann mit höherer Vorlauftemperatur ran muss. Stimmt das in der Praxis?

Und beim Thema Steuerungsstrategie: Macht ihr WW-Bereitung bevorzugt zu Zeiten mit PV-Überschuss, oder habt ihr feste Zeitfenster? Würde mich freuen, wenn ihr eure konkreten Verbrauchszahlen teilt, nicht nur Schätzwerte.

Dirk


4 Antworten
MarkusT84
Beiträge: 44
(@markust84)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Hi Dirk, das ist genau das Thema wo sich gute Steuerung wirklich auszahlt.

Ich steuere meine WW-Bereitung komplett über SMA Energy Manager + Home Assistant. Im Sommer läuft die WW-Aufheizung ausschließlich dann, wenn der PV-Überschuss mindestens 800W über einen definierten Zeitraum liegt – das verhindert, dass ich teuren Netzstrom für WW verbrenne. Die Logik ist relativ simpel umzusetzen wenn man die Schnittstellen kennt.

Zu deiner Frage integriert vs. separat: Bei integrierter WW-Bereitung über die Heizungs-WP hast du tatsächlich das Problem mit den höheren Vorlauftemperaturen. Ich logge das seit über einem Jahr mit und der WW-Anteil hat bei mir einen messbaren negativen Einfluss auf die Gesamt-JAZ, weil die WP dann außerhalb ihres optimalen Betriebspunkts läuft.

Eine separate BWW-WP im Keller ist im Sommer deutlich effizienter, weil sie bei niedrigen Temperaturspreizungen operiert und nicht das Heizungssystem 'verstellt'. Der Nachteil: zweites Gerät, zweite Wartung, mehr Komplexität.

Meine Jahres-JAZ speziell für WW liegt laut Logging bei ca. 2,8 – ich glaube viele unterschätzen, wie stark der Winter die Jahreszahl drückt.


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WPSkeptiker47
Beiträge: 42
(@wpskeptiker47)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich sehe das etwas skeptischer als die anderen hier. Die separate Brauchwasser-WP klingt auf dem Papier toll, aber mal ehrlich: ein zweites Gerät bedeutet doppelte Wartungskosten, doppeltes Ausfallrisiko und mehr Installations-aufwand. Das rechnet sich nur, wenn der Effizienzgewinn tatsächlich so groß ist wie versprochen – und wie Thomas K. schon sagt, sind die Herstellerzahlen alles andere als belastbar.

Dazu kommt: Im Sommer läuft eine separte BWW-WP prima, klar. Aber im Winter, wenn die Kellerluft kühler ist und man gleichzeitig die Heizungs-WP braucht, frage ich mich ob das unterm Strich wirklich besser ist als eine gut gesteuerte integrierte Lösung. Ich hab mich für eine Hybridlösung entschieden und schlafe damit ruhig – die Gas-Backup-Komponente übernimmt WW-Spitzen im Winter ohne großen COP-Einbruch bei der WP.

Für Dirks Frage: Ohne 12 Monate eigene Messdaten würde ich keine Investitionsentscheidung auf Basis von Forumszahlen treffen. Die Varianz zwischen Gebäuden, Nutzungsverhalten und Systemkonfigurationen ist einfach zu groß.


Antwort
ThomasKreuter
Beiträge: 10
(@thomaskreuter)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Gute Frage, und ich muss direkt sagen: Die Herstellerangaben zur JAZ bei Brauchwasser-WPs sind mit extremer Vorsicht zu genießen. Die COP-Werte werden meist unter Laborbedingungen mit optimaler Quellentemperatur gemessen – was im echten Keller mit 16-18°C im Sommer noch halbwegs hinkommt, im Winter aber bei 10°C Kellerluft schon deutlich anders aussieht.

Ich hab mich mit dem Thema im Kontext von Wärmemengenzählern beschäftigt (siehe mein Post Wärmemengenzähler nachrüsten – lohnt sich der Aufwand wirklich?) – ohne Messtechnik tappt man hier völlig im Dunkeln.

Zur integrierten Lösung: Ja, das Aufheizen auf 55-60°C für WW drückt die Effizienz gegenüber reinem Heizbetrieb spürbar. Vaillant und Viessmann geben das intern zwar zu, kommunizieren es nach außen aber kaum. Der Trick ist, das WW-Fenster so kurz wie möglich zu halten und dann zügig wieder auf Heizbetrieb umzuschalten.

Meine klare Empfehlung: Ohne eigene Messtechnik (Wärmemengenzähler + separater Stromzähler) kann man den WW-JAZ bei keiner Variante seriös bestimmen. Alle Selbstauskünfte ohne Meswerte sind Schätzungen.


Antwort
L.Weber39
Beiträge: 36
(@l-weber39)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Danke für den Thread! Als jemand der gerade plant und noch kein System hat, ist sowas gold wert. Ich hätte gar nicht gewusst, dass man WW und Heizung getrennt messen kann oder sollte. Muss ich mir das bei der Planung von Anfang an festlegen? Also ob separate BWW-WP oder integriert? Mein Installateur hat das bisher gar nicht getrennt erwähnt, der hat einfach einen Speicher mit eingeplant...


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