Heizlastberechnung ...
 
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Heizlastberechnung - warum sieht die bei Altbau so anders aus als Neubau?

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Sarah96
Beiträge: 23
Themenstarter
(@sarah96)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#59]

Hallo zusammen,

ich stehe vor einem Problem und würde gerne eure Erfahrungen hören. Wir haben vor zwei Jahren unseren Neubau fertiggestellt (KfW 40) und dort eine 6 kW LW-Wärmepumpe eingebaut. Die Berechnung war damals relativ straightforward.

Jetzt haben meine Eltern ein Haus von 1965 geerbt (160 qm, teilweise gedämmt) und wir schauen auch da nach einer WP-Lösung. Der Energieberater kommt aber mit völlig anderen Berechnungsmethoden um die Ecke. Bei gleicher Wohnfläche soll da eine 12 kW WP rein? Das erscheint mir viel zu groß.

Er redet von "Infiltration", "Wärmebrücken" und dass bei Altbauten die Norm-Heizlast oft zu niedrig berechnet wird. Bei unserem Neubau hat er nur die Transmissions- und Lüftungswärmeverluste betrachtet.

Kann mir jemand erklären, warum die Berechnung bei Altbauten so komplex ist? Welche Faktoren muss ich zusätzlich beachten? Und stimmt es, dass man bei älteren Häusern oft größer dimensionieren muss als die reine DIN-Berechnung vorgibt?

Danke schon mal!


2 Antworten
WPSkeptiker47
Beiträge: 24
(@wpskeptiker47)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Naja Sarah, deine Verwunderung kann ich schon verstehen, aber der Energieberater hat nicht unrecht. Bei Altbauten ist die Sache eben deutlich komplizierter als bei eurem Neubau.

Das Problem liegt hauptsächlich in den ungeplanten Luftwechseln. Während bei eurem KfW 40 Haus alles schön luftdicht ist, haben alte Häuser oft undichte Fenster, Türen und Bauteile. Diese Infiltration kann locker 30-40% zusätzliche Heizlast bedeuten. Die steht aber nicht in der DIN 12831.

Dazu kommen bei älteren Gebäuden oft massive Wärmebrücken - besonders an Fensterlaibungen, Deckenanschlüssen etc. Auch das wird in der Standard-Berechnung oft unterschätzt. Wie ich schon mal geschrieben hab, ist eine zu kleine WP im Altbau der sichere Weg ins Unglück.

12 kW bei 160 qm und Bj. 1965 ist durchaus realistisch, wenn nicht sogar eher konservativ gerechnet.


Antwort
Klaus_1952
Beiträge: 29
(@klaus_1952)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Guten Tag Sarah,

nach 40 Jahren als Heizungsbauer kann ich Ihnen versichern: Die Heizlastberechnung im Altbau ist tatsächlich eine ganz andere Hausnummer als im Neubau.

Bei Ihrem KfW 40 Haus war die Gebäudehülle planmäßig ausgeführt - da stimmen die Berechnungsgrundlagen mit der Realität überein. Bei einem 1965er Haus haben Sie hingegen oft Überraschungen: Fehlende Dämmung in Hohlräumen, nachträglich geänderte Fenster ohne Anpassung der Laibungen, undichte Rolladenkästen, alte Heizkörpernischen ohne Rückwand-Dämmung.

Zusätzlich kommt der Komfortaspekt: In Altbauten sind die Oberflächentemperaturen der Außenwände deutlich niedriger. Das bedeutet, Sie müssen höhere Raumtemperaturen fahren, um das gleiche Wärmeempfinden zu erreichen.

Ein erfahrener Planer wird deshalb immer einen Sicherheitszuschlag einrechnen. 12 kW bei 160 qm Altbau sind durchaus normal - lieber etwas größer dimensioniert als im Winter zu frieren.


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