Hallo zusammen,
stehe vor einer größeren Entscheidung und hoffe auf eure Erfahrungen. Haben ein Haus aus den 60ern geerbt, typischer Nachkriegsbau mit Backsteinwänden, alte Fenster, Dach ist schon mal erneuert worden vor 15 Jahren.
Jetzt ist die alte Ölheizung kaputt und muss sowieso raus. Die Frage ist: Soll ich erst das ganze Haus kernsanieren (Fenster, Dämmung, eventuell neue Heizkörper) und dann eine passende WP einbauen? Oder kann ich auch erst mal eine etwas größere WP reinsetzen und die Sanierung nach und nach machen?
Der Heizungsbauer meint, ich könnte durchaus mit einer entsprechend dimensionierten Luft-Wasser-WP anfangen und dann später sanieren. Aber ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob das finanziell sinnvoll ist. Die Stromkosten würden ja anfangs höher sein.
Wie habt ihr das gemacht? Erst komplett saniert oder schrittweise? Bereut ihr eure Entscheidung? Die Handwerkertermine sind ja eh schwer zu kriegen, vielleicht ist es sogar praktischer, nicht alles auf einmal zu machen...
Bin für jeden Tipp dankbar!
Gruß Werner
Kann WernerPV nur zustimmen! Hatte ein ähnliches Problem mit einem 70er Jahre Haus. Die Heizlast ändert sich dramatisch durch moderne Fenster.
Wichtig ist auch die Vorlauftemperatur - alte Heizkörper brauchen oft 60-70°C, moderne WP laufen aber am effizientesten bei 35-45°C. Wenn du die Heizkörper nicht tauschst, brauchst du eine sehr große WP.
Mein Rat: Erstmal Fenster und die größten Heizkörper tauschen, dann WP. Bei meinem letzten Projekt haben wir das auch so gemacht und es hat sich gelohnt.
Würde definitiv erst sanieren. Eine überdimensionierte WP taktet ständig und wird nie effizient laufen. Das bereust du spätestens bei der ersten Stromrechnung.
Und pass auf bei Heizungsbauern, die dir was von "etwas größer dimensionieren" erzählen - die wollen oft nur verkaufen. Eine WP die für 15 kW Heizlast ausgelegt ist, läuft bei 8 kW nach Sanierung bescheiden.
Hallo Werner,
aus meiner Erfahrung würde ich dir raten, zumindest die wichtigsten energetischen Maßnahmen vorher zu machen. Bei einem 60er Jahre Haus sind das primär die Fenster und eine Grunddämmung der Außenwände.
Ich habe bei meinem Projekt damals den Fehler gemacht, erst die WP zu installieren und dann zu sanieren. Das Resultat war, dass ich die WP zweimal dimensionieren musste - einmal für den unsanierten und dann für den sanierten Zustand. Bei aktuellen Förderprogrammen lohnt es sich auch, beides zusammen zu planen.
Mein Tipp: Fenster und zumindest eine 12-14 cm Dämmung der Außenwand vorher. Den Rest kannst du schrittweise machen. So sparst du dir eine Überdimensionierung der WP und hast von Anfang an vernünftige Betriebskosten.
Hi Werner,
anders als die anderen würde ich sagen: Kommt auf dein Budget an. Wenn du nicht 50-80k für eine Komplettsanierung auf einmal ausgeben willst/kannst, dann mach ruhig erstmal die WP.
Ja, die läuft anfangs nicht optimal, aber du hast warme Räume und Zeit für die Sanierung. Eine moderne Inverter-WP kann auch bei höheren Vorlauftemperaturen noch halbwegs effizient arbeiten.
Bei mir war's so: Erstmal WP rein, dann über 3 Jahre verteilt Fenster und Dämmung nachgerüstet. Klar waren die ersten Winter teurer, aber dafür konnte ich die Kosten besser verteilen. Und ehrlich - die Handwerker kriegst du eh nicht alle gleichzeitig 😅