Hallo zusammen,
stehe vor einer ziemlich kniffligen Entscheidung und hoffe auf eure Erfahrungen. Haben ein Haus aus 1982 geerbt, noch original gedämmt (sprich: praktisch gar nicht). Jetzt wollen wir im Herbst eine Luft-WP einbauen lassen, aber der Energieberater meint, wir sollten erstmal ordentlich dämmen.
Das Problem: Die Dämmung würde unser Budget erstmal sprengen, aber ohne geht die WP wahrscheinlich richtig ins Geld beim Verbrauch. Andererseits könnte ich die warmen Sommermonate gut nutzen, um schonmal mit der Außendämmung anzufangen - zumindest teilweise.
Wie habt ihr das gemacht? Erst WP und dann schrittweise dämmen, oder lieber warten bis die Dämmung steht? Die jetzige Ölheizung läuft noch, aber ich will nicht noch einen Winter damit heizen wenn es sich vermeiden lässt.
Bin auch unsicher, ob eine "halbe" Dämmung (nur Süd- und Westseite erstmal) überhaupt Sinn macht oder ob das dann Wärmebrücken-technisch noch schlimmer wird.
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?
Muss L.Weber39 da widersprechen - so pauschal würd ich das nicht sehen.
Klar ist Dämmung grundsätzlich sinnvoll, aber die Frage ist doch: Will man den ganzen Winter noch mit der alten Ölheizung fahren? Die Ölpreise sind ja nicht gerade entspannt gerade.
Bei uns (Baujahr 1985, ähnliche Situation) haben wir erstmal die WP installiert und dann über zwei Jahre verteilt nachgedämmt. War schon etwas teurer im ersten Winter, aber immer noch günstiger als weiter zu heizen mit Öl.
Wichtig ist halt die richtige Dimensionierung - nicht zu klein wählen, aber auch nicht völlig übertreiben. Ein guter Installateur kann das schon ganz gut abschätzen. Und moderne Inverter-WP regeln ja runter wenn weniger Leistung gebraucht wird.
Puh, das kenn ich. Bei mir wars ähnlich - Haus von 1978, auch kaum gedämmt. Hab damals den Fehler gemacht und gedacht "erstmal WP, dann sehen wir weiter". War ein teurer Fehler.
Die WP musste viel zu groß dimensioniert werden wegen der schlechten Dämmung, und die Stromrechnung war echt heftig die ersten zwei Winter. Hab dann doch noch nachgedämmt und jetzt läuft die überdimensionierte Pumpe die meiste Zeit nur auf Sparflamme - auch nicht optimal für die Effizienz.
Wenn ich's nochmal machen würde: Zumindest die kritischen Bereiche erst dämmen. Du hast recht mit den Wärmebrücken - teilweise dämmen kann sogar kontraproduktiv sein wenn nicht richtig geplant.
Mein Tipp: Lass dir vom Energieberater einen Stufenplan machen. Was bringt am meisten, was kann warten. Bei uns hätte schon die Kellerdecke und das Dach gereicht für den Anfang.
Hallo SilentHeat_87,
aus meiner Sicht ist die Reihenfolge tatsächlich entscheidend. Eine Wärmepumpe sollte idealerweise auf die tatsächliche Heizlast abgestimmt werden. Wenn Sie erst nachträglich dämmen, haben Sie eine überdimensionierte Anlage, die weniger effizient arbeitet.
Mein Vorschlag: Nutzen Sie die kommenden Sommermonate für eine Teilsanierung der thermischen Hülle. Oberste Geschossdecke bzw. Dach und Kellerdecke bringen meist das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis. Diese Maßnahmen können Sie teilweise auch in Eigenleistung umsetzen.
Bei der Außenwanddämmung wäre ich vorsichtig mit "häppchenweise" - da entstehen schnell problematische Übergänge. Besser wäre es, zumindest eine zusammenhängende Fläche komplett zu bearbeiten.
Eine seriöse Heizlastberechnung nach dem Dämmkonzept ist ohnehin Pflicht für die richtige WP-Dimensionierung.