Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem Thema Wärmepumpe für unser Haus aus 1984. Die Beratungen waren bisher sehr unterschiedlich - ein Fachbetrieb sagt Pufferspeicher ist zwingend nötig, der andere meint das sei rausgeschmissenes Geld.
Zur Situation: Einfamilienhaus ca. 140m², aktuell Gasheizung mit Heizkörpern (größtenteils noch original), Vorlauftemperatur momentan 65-70°C. Dämmung ist "okay" für die Zeit, aber nicht super. Fenster sind getauscht worden.
Der eine Berater argumentiert, dass bei den hohen Vorlauftemperaturen und dem häufigen Takten ohne Pufferspeicher die WP kaputt geht und die Effizienz schlecht wird. Der andere sagt moderne WP können das problemlos ab und mit modulierender Technik sei das kein Problem mehr.
Ich plane die Installation für diesen Sommer, da ich im August Urlaub habe und danach Zeit für das Projekt hätte. Jetzt bin ich total unsicher - wer hat Recht? Bei welchen Gegebenheiten im Altbau ist ein Pufferspeicher wirklich unverzichtbar und wann kann man darauf verzichten?
Danke für eure Erfahrungen!
Hab letztes Jahr ähnliche Diskussion gehabt! Bei meinem Haus (Bj. 1987) hat der erste Installateur auch gemeint, Pufferspeicher sei Quatsch. Hab mich dann doch dafür entschieden und bin froh drum.
Die WP läuft jetzt viel ruhiger und die Stromverbräuche sind echt okay geworden. Ohne Puffer hätte sie bestimmt alle 10 Minuten an- und ausgemacht bei den kleinen Räumen.
Klar kostet der Puffer bisschen was, aber ich denk langfristig zahlt sich das aus. Gerade bei deinen 65-70°C Vorlauf würd ich das auf jeden Fall machen.
Da muss ich den Kollegen etwas widersprechen. Die Notwendigkeit eines Pufferspeichers hängt sehr stark von der gewählten Wärmepumpe ab. Moderne invertergeregelte Anlagen können heute sehr gut modulieren und das Takten ist längst nicht mehr so problematisch wie früher.
Bei einem 140m² Haus würde ich erst einmal die Heizlastberechnung ordentlich machen lassen und schauen, ob man die Vorlauftemperaturen nicht durch größere Heizkörper senken kann. 65-70°C sind für eine WP wirklich grenzwertig.
Ein hydraulischer Abgleich ist ohnehin Pflicht, und dabei zeigt sich meist, dass viele Heizkörper überdimensioniert sind und mit niedrigeren Temperaturen auskommen. Falls dann immer noch getaktet wird, kann man immer noch einen Pufferspeicher nachrüsten.
Meine 40 Jahre Erfahrung sagen: Erst die Grundlagen optimieren, dann über Zusatzkomponenten nachdenken.
Die Frage nach dem Pufferspeicher ist tatsächlich sehr fallspezifisch und hängt stark von der Hydraulik und den Betriebsbedingungen ab. Bei deinem 80er Jahre Haus mit den ursprünglichen Heizkörpern sehe ich mehrere kritische Punkte:
1. Die hohe Vorlauftemperatur führt zu schlechten COP-Werten
2. Das häufige Takten bei kleinen Wärmeanforderungen ist Gift für die Lebensdauer
3. Die wahrscheinlich geringe Wassermenge im System verstärkt das Problem
Ein Pufferspeicher macht hier durchaus Sinn, weil er:
- Takten reduziert durch längere Laufzeiten
- Als thermische Masse die Temperaturschwankungen dämpft
- Der WP erlaubt, effizienter zu arbeiten
Bei meinen Erfahrungen mit Überdimensionierung hab ich gelernt, dass die Hydraulik mindestens genauso wichtig ist wie die WP-Größe.
Meine Empfehlung: 300-500L Pufferspeicher, je nach Heizlast. Die Mehrkosten amortisieren sich durch bessere Effizienz und längere Lebensdauer.