Hallo zusammen,
wir bauen gerade unser Einfamilienhaus als KfW40, Fertigstellung ist für Frühjahr 2027 geplant. Grundfläche ca. 180m², Fußbodenheizung im gesamten Haus, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kommt auch rein. Der Energieberater hat uns eine Heizlast von knapp 5 kW nach DIN 12831 berechnet – das klingt für mich fast zu wenig, aber gut, er ist der Fachmann.
Jetzt bin ich beim Thema Wärmepumpe und versteh die ganze Dimensionierungssache ehrlich gesagt noch nicht ganz. Der Heizungsbauer empfiehlt uns eine Luft-Wasser-WP mit 8 kW Nennleistung, sagt aber gleichzeitig, dass die eigentlich für ein 5kW-Haus schon fast überdimensioniert ist. Ein anderer Anbieter meinte, 6 kW reicht locker, gerade bei dem Effizienzstandard. Beide haben irgendwie Argumente die mich überzeugen, deswegen steh ich gerade ein bisschen auf dem Schlauch.
Was ich noch nicht ganz verstehe: Wie wirkt sich das Takten bei zu großer WP wirklich auf den COP aus, und macht das in der Praxis bei einem KfW40-Haus überhaupt einen spürbaren Unterschied? Und wie rechnet ihr da die Warmwasserbereitung rein – das soll ja auch über die WP laufen für 2 Erwachsene und hoffentlich bald auch Nachwuchs.
Freue mich über Erfahrungen und Meinungen, auch gerne wenn jemand selbst einen Neubau in dem Standard hat!
Viele Grüße
Stefan
Guten Abend Stefan,
das ist tatsächlich eine Frage, mit der ich mich in letzter Zeit auch intensiver beschäftigt habe – ich hab dazu übrigens auch im Thread Neubau KfW40: Welche Wärmepumpe optimal dimensionieren? schon einiges geschrieben, falls das hilft.
Zur Sache: Bei einer rechnerischen Heizlast von 5 kW und KfW40-Standard würde ich persönlich keine 8-kW-Maschine empfehlen. Das Takten ist bei modernen modulierenden Geräten zwar nicht mehr ganz so dramatisch wie früher, aber unnötig große Sprünge zwischen Mindest- und Nennlast sind trotzdem ineffizient. Gute invertergeregelte Geräte kommen heute auf Mindestleistungen von 1,5 bis 2 kW herunter – bei 5 kW Heizlast plus Warmwasser läge man dann mit einer 6er oder schlimmstenfalls 7er WP gut im Bereich.
Die Warmwasserbereitung würde ich separat betrachten: Bei zwei Personen und eventuell einem Kind kommen nochmal 1–1,5 kW Spitzenbedarf dazu, aber die läuft nicht gleichzeitig mit dem Heizbetrieb. Thermisch gesehen passt eine 6-kW-Anlage bei Ihrem Gebäude gut, solange der Aufstellort für Luft-Wasser nicht zu ungünstig ist (Nordseite, viel Abschattung usw.).
Mein Rat: Lassen Sie sich vom Heizungsbauer die Modulationskurve des konkreten Geräts zeigen und schauen Sie, wie weit die Maschine herunterregelt. Das ist aussagekräftiger als die Nennleistung allein.