Hallo zusammen,
wir haben ein Haus von 1960 gekauft und wollen nächstes Jahr auf Wärmepumpe umstellen. Das Haus ist noch nicht gedämmt, aber die Dämmung würde richtig ins Geld gehen - zumal wir auch noch andere Baustellen haben.
Nun hab ich überlegt: Kann ich die Heizlast vielleicht durch größere/bessere Heizkörper soweit senken, dass ich mit niedrigeren Vorlauftemperaturen hinkomme? Aktuell haben wir noch die alten Gussheizkörper drin, die bestimmt 70°C brauchen.
Wenn ich jetzt moderne Flachheizkörper mit mehr Fläche einbaue, könnte ich dann theoretisch mit 45-50°C auskommen? Oder ist das Wunschdenken und die fehlende Dämmung frisst alle Effizienzgewinne wieder auf?
Hat jemand Erfahrungen mit so einem Ansatz? Die Heizungsberechnung vom Installateur war ziemlich ernüchternd - 18 kW bei den aktuellen Heizkörpern. Das wäre ja schon ein ziemlicher Brummer von Wärmepumpe...
Freue mich über eure Einschätzungen!
Gruß
Stefan
Hallo Stefan,
grundsätzlich ist dein Ansatz nicht verkehrt - bessere Heizkörper können durchaus die benötigte Vorlauftemperatur senken. Aber die Heizlast an sich bleibt gleich, die wird nur durch die Gebäudehülle bestimmt. Du brauchst immer noch die gleiche Wärmemenge, nur bei niedrigerer Temperatur.
Das Problem: Bei einem ungedämmten 60er Jahre Bau wirst du selbst mit optimalen Heizkörpern kaum unter 55-60°C Vorlauf kommen, um an kalten Tagen warm zu werden. Und das ist für eine Wärmepumpe schon grenzwertig.
Mein Tipp: Rechne mal durch, was eine Grunddämmung kosten würde (Dach, Kellerdecke, vielleicht Fenster) versus eine oversized Wärmepumpe mit hohen Stromkosten über 20 Jahre. Oft ist die Dämmung langfristig günstiger.
Bessere Heizkörper sind trotzdem sinnvoll, aber als Ergänzung zur Dämmung, nicht als Ersatz.
Also Stefan, ich muss da ehrlich sein - ohne Dämmung wird das nix mit vernünftiger Wärmepumpe. Hab ich schon oft gesehen, dass Leute das versuchen und dann im Winter mit Heizstab heizen müssen.
60er Jahre Bau, ungedämmt... da hast du locker 150-200 kWh/m²a Heizenergiebedarf. Das schafft keine WP effizient bei niedrigen Außentemperaturen.
Mach wenigstens Dach und Kellerdecke, das bringt am meisten für's Geld. Ansonsten bleib bei Gas oder nimm 'ne Hybridlösung.
Hi Stefan,
ich hab letztes Jahr ähnlich überlegt. Größere Heizkörper helfen schon, aber wie Stefan-Mueller sagt - die Heizlast bleibt. Bei meinem 70er Jahre Haus konnte ich durch neue Flachheizkörper von 75°C auf 50°C runter, aber nur weil ich parallel auch Dach und Keller gedämmt hab.
Hier hatte ich schon mal gefragt wegen 45°C - ist schon knapp bei Altbauten.
18 kW ist wirklich heftig. Vielleicht erstmal die einfachen Sachen: Dachboden dämmen, Fenster abdichten, dann nochmal rechnen lassen?