Hallo zusammen,
wir bauen gerade unser Einfamilienhaus (150m² Wohnfläche, KfW 40) und stehen vor der Entscheidung für die Wärmepumpe. Der Heizungsbauer hat uns eine 6 kW Luft-Wasser-WP vorgeschlagen.
Jetzt meine Frage: Die Fußbodenheizung ist bereits verlegt, aber der Installateur rechnet mit Vorlauf/Rücklauf 45/35°C. Ich dachte immer, für WP sollte man eher so 35/28°C anpeilen?
Könnt ihr mir sagen, ob das so funktioniert? Die Heizlastberechnung ergab 4,8 kW bei -12°C Außentemperatur. Der erste Winter läuft ja jetzt langsam aus und im Herbst wollen wir einziehen.
Ist das Temperaturniveau zu hoch für eine effiziente WP? Sollten wir nochmal über mehr Heizfläche nachdenken oder geht das so? Der Heizungsbauer meint, das passt schon, aber ich bin etwas unsicher.
Danke schon mal für eure Hilfe!
Viele Grüße
Lukas
Moin Lukas,
also ich sehe das etwas kritischer als Stefan. 45°C Vorlauf bei ner Luftwärmepumpe ist schon ordentlich hoch, besonders wenn's richtig kalt wird.
Hab über 40 Jahre Erfahrung im Heizungsbau und würde sagen: Bei -10°C wird deine WP mit 45°C Vorlauf ganz schön ackern müssen. COP geht dann runter auf vielleicht 2,5-3,0.
Wenn noch Zeit ist, überleg dir größere Heizflächen oder zusätzliche Heizkörper in kritischen Räumen. Das zahlt sich langfristig aus. Die paar hundert Euro mehr sind schnell wieder drin durch niedrigere Stromkosten.
Die 45/35°C sind definitiv nicht optimal, aber machbar. Bei KfW 40 Standard ist der Wärmebedarf so niedrig, dass auch höhere Temperaturen noch wirtschaftlich darstellbar sind.
Entscheidend ist die korrekte Auslegung der Heizflächen. 150m² Wohnfläche bei 4,8 kW Heizlast entspricht etwa 32 W/m² - das ist sehr gut. Bei diesem niedrigen spezifischen Wärmebedarf können Sie auch mit 45°C Vorlauf arbeiten.
Ich würde aber empfehlen, einen hydraulischen Abgleich durchführen zu lassen und die Heizkurve entsprechend einzustellen. Oft lassen sich in der Praxis niedrigere Temperaturen fahren als ursprünglich berechnet.
Die 6 kW Wärmepumpe ist mit 20% Reserve zur Heizlast angemessen dimensioniert.
Hey Lukas,
45/35°C ist schon etwas hoch für ne WP, aber bei eurem KfW 40 Haus könnte das trotzdem klappen. Die 6 kW sollten bei 4,8 kW Heizlast eigentlich reichen.
Hab letztes Jahr ähnlich gebaut - bei mir läuft's mit 40/30°C und COP um die 4,2 im Winter. Mit 45/35°C wirst du wahrscheinlich so bei COP 3,5-3,8 landen, je nach WP-Typ.
Wichtig ist: Wurde die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 gemacht? Und welche WP ist geplant? Manche Geräte kommen besser mit höheren VL-Temperaturen klar.
Falls noch möglich, würd ich versuchen die VL-Temp auf 40°C zu begrenzen. Das bringt schon einiges bei der Effizienz!